Die Belagerung des Hanstein
„Es herrschte Krieg im Land. Ein großes Heer hatte die Burg Hanstein umstellt. Da die Festung auf dem steilen Felsen für die damalige Artillerie und Sturmangriffe fast unerreichbar war, entschieden sich die Belagerer für eine mürbende Taktik: Aushungern.
Wochen vergingen. Die Wege zur Burg waren abgesperrt, kein Karren mit Korn kam mehr den Berg hinauf. Unten im Tal rieb man sich bereits die Hände und wartete darauf, dass die stolzen Ritter von Hanstein die weiße Fahne hissen würden. Doch die Belagerer hatten die Rechnung ohne den „Heimlichen Auslass“ gemacht. Die Sage berichtet von einem verborgenen, schmalen Tunnel, der tief unter den dicken Mauern im Fels begann und weit entfernt im dichten Wald oder in der Nähe des Dorfes Bornhagen endete. Durch diesen Gang schlichen sich die mutigsten Knechte der Burg jede Nacht hinaus.
Während die Wachen im Tal schliefen, besorgten sie bei verbündeten Bauern Vorräte: frisches Brot, Schinken und Wein. Sogar lebendes Kleinvieh soll durch den engen Schacht nach oben gezerrt worden sein.
Als die Belagerer nach Monaten fassungslos feststellten, dass die Burgbesatzung nicht etwa hager und schwach wurde, sondern stattdessen fröhliche Lieder sang, geschah das Unglaubliche: Eines Morgens warfen die Hansteiner von den Zinnen herab frische Brotlaibe und Fleischknochen direkt vor die Füße der hungernden Soldaten im Tal. Damit signalisierten sie: „Wir haben so viel zu essen, dass wir euch sogar noch etwas abgeben können!“
Die Moral der Belagerer brach völlig zusammen. Sie glaubten an Zauberei oder göttlichen Beistand und zogen schließlich unverrichteter Dinge ab. Der Hanstein blieb unbesiegt – dank der List und des geheimen Ganges.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen KI 2026
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