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Kammerforst
Am gleichnamigen Bach am Ostrand des Hainich liegt Kammerforst. Der Ort ist sehr alt und wurde im Jahre 860 erstmals als „Cemeforste“ als Besitz des Klosters Fulda erwähnt. Der Kirchturm im Ort stammt aus dem Jahre 1515. Die Herren von Seebach waren mit dem Ort belehnt, mussten aber 1626 wegen Schulden 2/3 ihres Rittergutes an Johann Christoph von Harstall abgeben, der es an die Familie von Eschwege verkaufte. Daraus entstand der heutige Oberhof. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Kammerforst geplündert und niedergebrannt. Seit 1764 gehören beide Güter, der Ober- und Unterhof wieder der Familie von Seebach. Die Gemeinde war bis 1815 der westlichste Ort des Kurfürstentums und Königreichs Sachsen.

Unweit von Kammerforst befindet sich im Wald das Sühnekreuz mit einer Geschichte:

„Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges lebte einmal ein Förster namens Kurt Pfeffer auf dem Reckenbühl im Hainich. Doch war er nicht der Mann, für den man ihn hielt; er war weder rechtschaffen noch brav, wie es sich für einen guten Weidmann geziemte.
Während die Bauern in den Dörfern meinten er ginge der Jagd nach und kümmere sich um die Baumhege, überfiel Pfeffer harmlose Wanderer, die friedlich über den Rennsteig gezogen kamen. Wurde er einen gewahr, so brachte er ihn um und raubte ihn aus. Das geraubte Gut aber schaffte er zu seiner Mutter, die Magdala hieß. Mit ihr zusammen bewohnte er das Forsthaus.
Manchmal geschah es auch, daß Pfeffers Mutter selbst bei den Untaten Hand anlegte. Wehe dem Wanderer, er kam in die Nähe des Forsthauses. Mit dem Versprechen ihm Essen und Trinken vorzusetzen, lockte ihn die Alte in die Stube.
Hatte er sich dann hingesetzt, war es bald um ihn geschehen.
Schon munkelte man in den Dörfern, es sei im Hainich nicht mehr geheuer. Schon mancher sei da hineingegangen, aber nie wieder herausgekommen. Doch der Verdacht, der Förster könnte sein Hand mit im Spiel haben, hatte keiner.
So vergingen die Jahre, bis eines Tages wieder einmal ein Fremder den Rennsteig passierte. Offenbar aber hatte Pfeffer des anderen Kräfte unterschätzt; denn kaum hatte der sich vom ersten Schreck erholt, befreite er sich aus Pfeffers Mordarmen und alarmierte im nächsten Dorf die Bauern. Als sie kamen, war Pfeffer entwischt, aber im Mordhaus fanden sie die Beweise gegen ihn.
Da nun der Mörder verschollen blieb und das Mordhaus ausgehoben war, kehrte wieder Frieden im Hainich ein. Der Alten setzte man bei ihrem Tode ein Steinkreuz aufs Grab, auf daß sie nach ihrem "öden und bösen Leben" Ruhe fände.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kammerforst_(Th%C3%BCringen); http://www.suehnekreuz.de/thueringen/kammerforst.htm - Bild: Oberhof in Kammerforst 2021 © Thomas Schuster

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