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Der Winter 1978/79 auf dem Eichsfeld
„Die nachstehende Beschreibung des Winters 1978/79 erfolgt meist nach den Beobachtungen der Meteorologischen Station in Leinefelde, die mit ihrer Höhenlage von 356 m über NN etwa mittlere Verhältnisse im Eichsfeld repräsentiert.
Der Winter 1978/79 war in klimatologischer Sicht recht bemerkenswert. Während der Dezember mit -0,5° im Temperaturmittel nur geringfügig (-0,3°) zu kalt ausfiel, waren Januar und Februar 1979 mit -5,1° und -3,5° wesentlich zu kalt (um 3,8° und um 2,9°). Der März 1979 war mit 2,3° nur noch um 0,4° zu kalt. Die tiefste Temperatur des Winters wurde am 1.1.1979 mit - 21,2° (in 2 m Höhe über Grund) gemessen. Die tiefste Temperatur direkt über dem Erdboden bzw. auf der Schneedecke betrug -23,9° am 3.1.1979. Erwähnenswert sind auch die höchsten Temperaturen des Januars mit + 2,9° und des Februars mit + 3,7°. Selbst im März betrug die höchste Temperatur „nur“ + 12,5°.

Sehr ungewöhnlich war der Temperatursturz zum Jahreswechsel. Am 29. 12. 1978 lag mittags die Höchsttemperatur noch bei + 10,3°. Danach sank die Temperatur unaufhörlich ab und erreichte am 1.1.1979 früh mit - 21,2° ihren tiefsten Wert. Innerhalb von 3 Tagen sank die Temperatur damit um 31,5°! Infolge einer komplizierten Luftschichtung in der Atmosphäre traten während dieses Temperatursturzes zeitweise erhebliche Niederschläge in Form gefrierenden Regens auf, so daß sich dadurch in vielen Bereichen unseres Lebens (Verkehr, Wirtschaft, Landwirtschaft usw.) erhebliche Erschwernisse ergaben.

Die Zahl der Tage mit Frost (Tiefsttemperaturen unter 0°) betrug im Dezember 21; im Januar und Februar trat an allen Tagen Frost auf (31 + 28). Im März gab es noch 13 Frosttage. Eistage (Höchsttemperaturen unter 0°) traten im Dezember 14, im Januar 22 und im Februar 14 Tage auf. Im März traten keine Eistage mehr auf. Tiefsttemperaturen unter - 10,0° traten im Dezember an 6 Tagen, im Januar an 7 Tagen, im Februar an 6 Tagen und im März nicht mehr auf. Die Sonne schien im Dezember 34 Stunden, im Januar 41 Stunden, im Februar 69 Stunden und im März schon 86 Stunden. Bei den Niederschlagswerten (Niederschlagssummen + Schneehöhenangaben) wurden neben den Leinefelder Werten auch Werte aus den tieferen Lagen des Eichsfeldes (Uder + Ferna) sowie aus den Höhenlagen des Eichsfeldes (Westerwald) mit herangezogen. Die Niederschlagssummen betrugen im Dezember 1978 66 mm (sonst von 79 bis 82 mm der tiefen Lagen des Eichsfeldes bis auf 98 mm in den Höhenlagen ansteigend), im Januar 40 mm (sonst von 43 mm auf 62 mm ansteigend), im Februar 34 mm (sonst von 37 - 42 mm auf 52 mm ansteigend) und im März 1979 87 mm (sonst von 85 - 88 mm auf 98 mm ansteigend).

Dagegen lagen (in Leinefelde) die Niederschlagssummen im Dezember 1978 bei 118 % des Normalen, im Januar und Februar 1979 nur bei 80 % bzw. 70 % des Normalen und im März 1979 dagegen bei 201 % (!) des Normalen. Auf Grund dieser Niederschlagssummen war der Grundwasserstand zu Beginn des Frühlings gegen Ende März ungewöhnlich hoch. Die Zahl der Tage mit Schneedecke (1 cm und mehr) betrug im Dezember 1979 12 (sonst 9 - 11 auf 18 ansteigend), im Januar 1979 im gesamten Eichsfeld 31, im Februar im gesamten Eichsfeld 28 und im März 16 Tage (sonst 4 - 6 auf 25 ansteigend. Im April trat im gesamten Eichsfeld außer am 1.4., wo noch einmal eine sehr dünne und vielfach stark durchbrochene Schneedecke (Schneeflecken) auftrat, kein Tag mit Schneedecke auf. Am 4. Mai jedoch trat noch einmal (in den Höhenlagen des Eichsfeldes sogar an 3 Tagen) eine 2 cm hohe Schneedecke auf. Eine Schneedecke im Mai gehört zu den Seltenheiten im langjährigen Witterungsverlauf. Im gesamten Winterhalbjahr 1978/79 traten in den tieferen Lagen des Eichsfeldes 74 - 78 Tage, in den mittleren Lagen etwa 89 Tage (Leinefelde) und in den Höhenlagen bis zu 107 Tagen mit Schneedecke auf. Die höchste Schneedecke in Leinefelde trat am 15.1.1979 mit 33 cm auf. Im übrigen Eichsfeld traten die höchsten Schneehöhen mit 30 - 35 cm in den tieferen Lagen und bis zu 45 cm in den Höhenlagen ansteigend fast an den gleichen Tagen auf. Damit war zwar der vergangene Winter recht schneereich, reichte aber nicht an den schneereichen Winter 1969/70 heran, wo in Leinefelde 128 Tage mit Schneedecke aufgetreten waren. Auch im Winter 1962/63 gab es 94 Tage mit Schneedecke."

Quelle: Eichsfelder Heimathefte Nr. 3/79, Siegfried Hahnefeld

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