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Das Sühnekreuz in Worbis
In Worbis steht vor dem Haus Duderstädter Straße 1 / Ecke Ohmbergstraße ein historisches Sühnekreuze aus Kalkstein, als steinerne Zeuge mittelalterlicher Rechtsprechung. In Deutschland gibt es ca. 4.000 Sühnekreuze. Sie sollten Vorübergehende zum Gebet für einen Verstorbenen anhalten, der unvermittelt zu Tode kam, ohne dass er die Sterbesakramente hatte empfangen können. Ende des 16. Jahrhunderts wurde dieser Brauch abgeschafft.

Über das Kreuz habe ich keine weiteren Informationen gefunden außer einer Geschichte:

„In der Nähe von Worbis wütete im Sommer 1572 die Pest, die von den Einwohnern als „Schwarzer Tod“ bezeichnet wurde. Die gesunden Bewohner des Städtchens und der Umgebung waren voller Sorgen und luden die schweren Planwagen mit den wichtigsten Habseligkeiten auf, um vor dem grausamen Sensenmann in die Einsamkeit zu fliehen. Auch aus der nahen Stadt Duderstadt, einer alten Hansestadt mit fast unversehrtem mittelalterlichem Stadtbild, die bis 1816 zum Kurfürstentum Mainz gehörte, versuchten die von Panik erfassten Menschen, sich durch eine schnelle Flucht zu retten.
Aber an wen oder was sollten sich die Todgeweihten in ihrer furchtbaren Qual um Beistand klammern? Viele, die noch die Kraft dazu hatten, warfen sich oft vor Kruzifixen nieder, die sich auf den Feldern oder an den Wegrändern befanden. Der Überlieferung zufolge kam damals auf der Straße von Duderstadt nach Worbis, am Hellwege, ein Pilger, an der Pest erkrankt, an einem steinernen Kreuz vorbei. Er war bereits am Rande seiner Kräfte und völlig verzweifelt. In seiner Todesangst ergriff er mit den letzten Kräften den steinernen, kalten Pfeiler. Dabei stieß er einen heftigen Schrei aus:
„Lieber Herr, mach mich gesund oder lass mich hier sterben!“ Das erste Wunder geschah jedoch nicht. Er schloss nach wenigen Minuten für immer die Augen. Sein Schrei schien ungehört verhallt zu sein.

Das Wunder ereignete sich erst etwas später: Alle anderen Bewohner in der näheren und fernen Umgebung wurden im Gegensatz zu dem betenden Mann, der sein Kreuz küsste, von der gefürchteten Krankheit, die weite Landstriche entvölkerte, verschont.“
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