Johann Zwehl - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Die Geschichte des Vierzehn-Nothelfer-Altars in der Ägidienkirche
Der Vierzehn-Nothelfer-Altar in der St. Ägidienkirche ist eine Stiftung des Johann von Zwehl, der sich während des Dreißigjährigen Krieges vor den Schweden verstecken musste:

„Wieder einmal waren im Jahre 1632 die Schweden in Heiligenstadt. Da sich aus der Stadt nicht so viel Geld herauspressen ließ, wie erwartet worden war, wollten sie den Stadtschultheißen und Landschreiber als Geisel mitnehmen. Der Rote Zwehl, wie er wegen seines roten Bartes genannt wurde, versteckte sich in der Turmhaube der St.-Annen-Kapelle, die bei der Altstädter Kirche steht. Da die schwedischen Reiter überall, und auch in der Kapelle, suchten, betete er zu den hl. 14 Nothelfern und flehte sie an, ihn vor den Soldaten zu schützen.

Aus Dankbarkeit wollte er nach seiner Errettung den 14 Nothelfern einen Altar stiften. Tatsächlich fanden ihn die Schweden nicht in seinem Versteck. Er hielt sein Versprechen und ließ den bekannten Vierzehn-Nothelfer-Altar errichten, der noch heute in der Ägidienkirche steht. Nachdem die schwedischen Soldaten abgezogen waren, begab sich der „Rote Zwehl“ in den Dienst der kaiserlichen Truppen. Am Ende des Krieges war er Rittmeister. Er dachte an sein Heiligenstädter Versprechen und ließ in Nürnberg diesen Altar herstellen. Auf zwölf Ochsenwagen verladen wurde er nach Heiligenstadt transportiert und 1638 in der Neustädter Kirche aufgestellt."
© Thomas Schuster Heiligenstadt
Johann von Zwehl war während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges Stadtschultheiß und Landschreiber von Heiligenstadt. Er leitete die Verteidigung und hatte seinen Kommandostand in der Tannenburg im Knickhagen. Nach B. Siebert „Uder und seine Geschichte“ von 1938 liegt Johann von Zwehl vor diesem Altar begraben.

Johann von Zwehl lebte von 1580 bis 1652 und war Landschreiber des Eichsfeldes, Kurfürstlicher Rat und Stadtschultheiß. Für seine Verdienste wurde Johann Zwehl vom Kurfürsten geadelt und war im Besitz der Alten Burg als Hansteinisches Lehen. (Als „Alte Burg“ wurde die „Uhlenburg“ in der Ratsgasse bezeichnet) Er kaufte 1618 das vom Schultheißen Andres Reuter gebaute Freihaus (Gericht, ehemals Kino) und 1621 die vor der Stadt liegende Papiermühle. Die Inschrift der Papiermühle ist am Wohnhaus Werner-Martin-Weg 2 zu sehen.

Quellen: Walter Rassow – Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Heiligenstadt - „Der Hahn auf dem Kirchturm“ – Rudolf Linge 1978 - Bild: Detail des Vierzehn-Nothelfer-Altars © Thomas Schuster
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