Interessantes und Neues
Historische Ansichten
Blick auf den Hanstein vom Weg zur Teufelskanzel - Postkarte
Konferenz der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler
Auch die jährlich vom VEH organisierte „Ortschronistenkonferenz“ steht allen interessierten Gästen offen.
Für Chronistinnen und Chronisten sowie für Heimatforscher stellt die Auseinandersetzung mit den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft oftmals eine besondere Herausforderung dar. In vielen Ortschroniken wurde und wird diese Zeit nur am Rande behandelt oder ganz ausgespart. Die Tagung im Grenzlandmuseum bietet Informationen und Hilfsmittel, möchte jedoch auch den gegenseitigen Erfahrungstausch ermöglichen. (mehr siehe Anhang)
Termin: Sonnabend, 24. Oktober 2026, 9 bis 12 Uhr
Ort: Bildungsstätte im Grenzlandmuseum Eichsfeld, Duderstädter Str. 7-9 37339 Teistungen
Peter Anhalt - Vors. des VEH - Die Eichsfelder Geschichte und Gegenwart der Zukunft bewahren
Bild: Grenzlandmuseum Teistungen 2023 © Thomas Schuster Heiligenstadt
Oktober 1989 im Eichsfeld
Nach den Sommerferien 1989 überschlugen sich die Ereignisse auch im Eichsfeld. Den Anstoß gab ein Hirtenbrief des Magdeburger Bischofs Johannes Braun vom 20. September, in dem er die Nöte der Bevölkerung offen ansprach. Er hat die Gemeinden aufgefordert:
„Ich bitte Sie, sich Gedanken zu machen, sich einzumischen: Teilen Sie mir Ihre Ängste, Ihre Hoffnungen, Ihre Wünsche, Ihre Nöte, Ihre Vorschläge mit! Ich ermutige Sie, in allen Gruppen Ihrer Pfarrgemeinde über Dinge, die uns in diesen Tagen so unter die Haut gegangen sind, zu reden, um Ideen zu entwickeln und Vorschläge zu unterbreiten. Ob unsere Meinung erwünscht ist oder nicht, wir fühlen uns von Gott her verpflichtet, unsere Stimme zu erheben, mit dafür Sorge zu tragen, dass das Ruder noch herumgerissen wird, ehe es zu spät ist.“
Als Zeichen der Zustimmung stellte die Heiligenstädter Schönstatt-Familie Anfang Oktober brennende Kerzen in ihre Fenster.
Unter dem Schutz der Kirche entstanden rasch zahlreiche Bürgerinitiativen. Als Kaplan Wetter am 19. Oktober in Leinefelde zu einem Gespräch ins Pfarrheim einlud, war der Andrang so groß, dass die Versammlung kurzfristig in die Kirche verlegt werden musste. In Heiligenstadt folgte am 23. Oktober nach einer Marienfeier eine unangemeldete Schweigedemonstration, die wenige Tage später in Leinefelde ihre Fortsetzung fand.
Die heiße Phase der Friedlichen Revolution im Eichsfeld begann schließlich am 30. Oktober: Nach einem Friedensgebet zogen rund 10.000 Menschen zum Heiligenstädter Friedensplatz, um entschlossen Flagge gegen die SED-Herrschaft zu zeigen. Nur drei Tage später stellten über 8.000 Demonstranten in Leinefelde die Vertreter von Partei und Staat zur Rede. Am 6. November demonstrierten bereits 15.000 Bürger in Heiligenstadt. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte die Bewegung am 9. November, als mehr als 20.000 Menschen mit einer beeindruckenden Lichterprozession durch Leinefelde zogen. In dieser Nacht öffneten die Grenzen.
Unbeschreiblich bleiben das Gefühl, gemeinsam mit Gleichgesinnten etwas bewegt zu haben, der Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe sowie der Moment, als sich die Grenzen öffneten und wir unsere Verwandten im Westen umarmen konnten. Dieses Gefühl von Freiheit und Glück sind bestimmt noch jedem älteren Eichsfelder in Erinnerung!
Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Lichterdemo im Oktober 1989 auf dem Friedensplatz © Thomas Schuster Heiligenstadt
Der Erfurter Hirschgarten
Der Hirschgarten in Erfurt ist eine der geschichtsträchtigsten und beliebtesten Grünanlagen im Herzen der Landeshauptstadt. Er blickt auf eine abwechslungsreiche Historie zurück, die eng mit der barocken Stadtentwicklung und bedeutenden Gebäuden verknüpft ist.
Der Hirschgarten liegt direkt in der Erfurter Altstadt und verbindet historische Bedeutung mit moderner Gestaltung. Der Park wurde in den 1730er Jahren auf Veranlassung des damaligen Mainzer Statthalters Anselm Franz Ernst Freiherr zu Warsberg als umfriedete Freifläche angelegt. Etwa vier Jahrzehnte lang wurde hier tatsächlich Rotwild gehalten, was dem Platz seinen Namen gab.
Ende des 18. Jahrhunderts (unter Karl Theodor von Dalberg) wurde das Wild entfernt und der Hirschgarten als erste öffentliche Grünanlage der Erfurter Bürgerschaft zugänglich gemacht. Später war er zeitweise sogar einen Botanischen Garten.
Nach wechselvollen Zeiten wurde der Park umgestaltet und umbenannt. Der Platz der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft wurde am 1. April 1991 offiziell in seinen historischen Namen Hirschgarten zurückbenannt.
Heute bietet er Rasenflächen, einen großen Springbrunnen, Spielmöglichkeiten und seit dem Kindertag 2024 die Zusatzbezeichnung „Platz der Kinderrechte“.
Direkt gegenüber dem historischen Park befindet sich dieses prachtvolle barocke Palais. Es wurde zwischen 1711 und 1720 nach Plänen des Baumeisters Maximilian von Welsch erbaut. Einst Sitz der Mainzer Statthalter, dient es heute als Amtssitz des Thüringer Ministerpräsidenten und der Staatskanzlei. Flankierend zur Statthalterei stehen zwei kleine, klassizistische Wachhäuschen aus dem 18. Jahrhundert, die einst für die kurfürstlich-mainzische und kaiserlich-österreichische Militärwache errichtet wurden. Sie zeugen von der einstigen Größe und Bedeutung des Areals.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bilder: 2026 © Thomas Schuster Heiligenstadt
Burgruine Hardenberg
An der Burg Hardenberg
Hoch auf dem Fels, vom Efeu leicht umwoben,
Schauen die Trümmer still ins Tal hinab;
Der Wind zieht seufzend durch die Höhn da oben,
Wo einst der Ritter stolzer Schild erstarb.
Die Leine glänzt im letzten Sonnenscheine,
Die Zeit begrub den Glanz vergang'ner Tag';
Doch Zeuge bleibt der Berg von altem Gesteine,
Wo mancher Recke einst zu schlummern lag.
Quelle und Bild: Ruine Hardenberg 2023 © Thomas Schuster Heiligenstadt

