Interessantes und Neues
Historische Ansichten
Schierschwende um 1900
Des Eichsfelds südlichster Ort in einer Zeichnung des romantischen Malers Otto Thomasczek
„Wo alte Mauern Geschichte erzählen und sanfte Hügel zum Verweilen einladen – eine erholsame Ferienzeit im Eichsfeld.“
Liebe Leser meiner Homepage!
Die Tage sind lang und die wohlverdiente Ferienzeit beginnt. Ob beim Wandern auf den Spuren unserer Vorfahren, beim Entdecken versteckter Winkel in unseren historischen Dörfern und Städten oder einfach beim Entspannen im eigenen Garten: Wir wünschen euch allen eine wunderschöne, erholsame und sonnige Sommerferienzeit! Genießt die Tage, lasst die Seele baumeln und kommt gesund durch den Sommer. Vielleicht entdeckt der eine oder andere von euch ja bei einem Sommerausflug sogar ein neues Stückchen Eichsfelder Geschichte.
Schöne erholsame Zeit für alle Besucher!
Festung Petersberg in Erfurt
Die Zitadelle Petersberg (auch Festung Petersberg genannt) in Erfurt ist eine der größten und am besten erhaltenen barocken Stadtfestungen Mitteleuropas. Sie thront unübersehbar direkt über der Erfurter Altstadt und gilt mit ihrer sternförmigen Anlage als ein Meisterwerk der europäischen Festungsbaukunst.
Die Wüstung Kirrode auf dem Gelände der Landesgartenschau in Leinefelde
Kirrode an der heutigen Straße Leinefelde – Birkungen war einst ein größerer Ort, der bereits um 900 schon besiedelt war. Die urkundliche Ersterwähnung fand am 14. Februar oder 1. März 1297 statt:
„Hugo „dictus de Marchia“ verkauft dem Kloster Teistungenburg verschiedene Güter in Teistungen, Nesselreden, Tastungen, Rosenthal und Stope, welche er von den Grafen in Scharzfeld, Lutterberg und Honstein zu Lehen trug, und resigniert den genannten Grafen gegenüber auf diese Güter. Unter den Zeugen: „Wigandus viceplebanus in Kirrode“. Es siegeln mit dem Verkäufer die Stiftsherren zu Heiligenstadt, Ritter Konrad von Berlepsch - Berlevessen – und Konrad Arnoldi. - „actum in Kirrode III Kalendas Marcii a. d. 1297.“
Zur Zeit der urkundlichen Ersterwähnung war bereits die Blütezeit des Ortes erreicht, denn ab 1308 verließen immer mehr Bewohner den Ort, vermutlich durch Brände, Überfälle, Missernten oder Hochwasser. Vielleicht hatte auch die veränderte Infrastruktur Einfluss, denn in der Nähe befanden sich der Birkenstein, die Alte Burg und das Kloster Reifenstein, der Scharfenstein und die Motte bei Beinrode. Nach dem Überfall und der Zerstörung Kirrodes durch den Herzog Otto II. von Braunschweig-Göttingen (auch Otto der Einäugige) und den Bürger Göttingens 1428 blieb der Ort wüst und die Bewohner zogen nach Birkungen.
Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird eine sichtbare Kirchenruine erwähnt. Bei den Grabungen 2004 kamen die Überreste zum Vorschein. Von 2018 bis 2023 wurden verschiedene Objekte gefunden und ausgegraben, darunter menschliche Überreste, die Kirche und der Friedhof, 17 Grubenhäuser 3 Pfostenbauten und die Mühle.
Im Buch der Eichsfelder Wüstungen steht unter 98. Kirrode:
„Kehrode, Kerrode, Kyrrode. Kr. W. Gemeindebezirke Birkungen, Leinefelde und vielleicht Beuern, etwa 1300 bis 1500 Schritte nordwestlich des Dorfes Birkungen und 2000 Schritte südsüdöstlich von Leinefelde an der ehemaligen Heerstrasse von Beuern nach Mühlhausen und Nordhausen, jetzt an dem von der Leinefelder-Kalmeröder Provinzial-Chaussee nach Birkungen führenden, chausseeartig ausgebauten Wege, etwa 1000 bis 1500 Schritte östlich der Chaussee in der Niederung der „Ohne“ oder „Linke“. Der Friedhof und die Gärten des einstigen Pfarrkirchdorfes waren bis zur Ausführung der Gemeinheitsteilung deutlich erkennbar und die Feldgegend wird heute noch „vor Kirrode“ und „in den Höfen“ genannt. Herbers hat die an Ort und Stelle noch genau bekannte Stätte ebenfalls gefunden. Der Ort, wahrscheinlich mit einer Wasserburg, hatte durch seine Lage an der alten Heerstrasse eine gewisse Bedeutung. Diese verschwand, nachdem zu Ende des 13. Jahrhunderts die an der Heerstrasse gelegene Zollstätte von Beuern nach Heiligenstadt verlegt, hiermit wohl gleichzeitig eine Veränderung in der Richtung der Heerstrasse erfolgte und bald darauf Kirrode in den Besitz des Klosters Reifenstein gelangt war, bei welchem es bis zur Aufhebung des Klosters verblieb. Der Verfall des Ortes wird bald nach dem Übergange des Dorfes in den Besitz des Klosters - siehe unten z. J. 1308 – begonnen haben.
Gänzlich verlassen scheint Kirrode erst nach seiner Zerstörung um das Jahr 1428 geworden zu sein. Wahrscheinlich hat schon damals, sicher nicht viel später eine gewisse Teilung der wüsten Mark insofern stattgefunden, als in dieser den benachbarten Gemeinden Beuern, Birkungen und Leinefelde Weideberechtigungen eingeräumt wurden. Jetzt nach Ausführung der Gemeinheitsteilungen ist die wüste Mark zwischen den genannten Gemeinden geteilt. Ein etwa 200 Schritte südwestlich des „Kirchlötchens“ - siehe dort - am westlichen Rande der Chaussee Leinefelde-Kalmerode stehender, halb versunkener, großer alter Grenzstein dürfte die einstige Grenze der wüsten Mark gegen Leinefelde bezeichnet haben. Wolf gedenkt des Ortes unter den eingegangenen Höfen und Dörfern des Amtes Scharfenstein und verweist auf die untengedachte Urkunde von 1300. Dezember 2., indem er seine Lage „zwischen Birkungen und Leinefelde“ angiebt. Diese Angabe ist mit dem irrigen Zusatze, dass die Zerstörung des Dorfes im Bauernkriege erfolgt sei, in die Neuen Mitteilungen übergegangen. …“
Anhand von Kirrode, Volsbach, Etzelsbach, Hugenworbis und weiteren Wüstungen können wir die Besiedlung des Eichsfeldes im Mittelalter sichtbar machen. Die heutigen Dörfer sind nur ein Bruchteil der damaligen Besiedlung. Allein um Heiligenstadt und im heutigen Stadtgebiet gab es zahlreiche Wüstungen.
Quellen: Infotafel Mühle, Eigene Aufzeichnungen, Levin, Freiherr von Wintzingeroda-Knorr „Die Wüstungen des Eichsfeldes“ – 1903 – Bilder: 2026 Landesgartenschau © Thomas Schuster Heiligenstadt