Heimatgeschichte(n) - Heiligenstadt im Eichsfeld

© Thomas Schuster Heiligenstadt
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Heimatgeschichte(n)
Neben der Fotografie interessiere ich mich für mystische Orte und Sagen. Das Eichsfeld und seine Umgebung sind reich an Sagen und Geschichten, die von den Gebrüdern Grimm und anderen Autoren wie zum Beispiel Rudolf Linge, Johann Georg Theodor Grässe und Ludwig Bechstein aufgeschrieben wurden. Durch unser schönes Eichfeld führt die Märchenstraße, die mit den Orten Heiligenstadt (Möhrenkönig) und Mackenrode (Schneeweißchen und Rosenrot) vertreten sind. Auch in der Umgebung [Hoher Meißner (Frau Holle), Sababurg (Dornröschen), Polle (Aschenputtel) und anderer Orte] finden wir Stätten der Grimm‘schen Märchenwelt.

Bisher habe ich in 41 Bänden ca. 410 Sagen, Märchen und interessante Geschichten aufgeschrieben und mit Informationen versehen. Auf dieser Seite möchte ich einige dieser Heimatgeschichte(n) vorstellen.
Reichsburg Kyffhausen
Hier am nördlichsten Sporn des Kyffhäuserberges entstand während des 10. und 11. Jahrhunderts eine der mächtigsten Reichsburgen Deutschlands.
Die Besiedlung des Berges in ur- und frühgeschichtlicher Zeit setzte schon während des Neolithikums (Jungsteinzeit) ein. Weitere Funde aus der Bronzezeit stammen vermutlich von den zerstörten Grabhügeln auf dem Kyffhäuser. Reste einer Befestigung stammen aus der älteren Eisenzeit. Burg Kyffhausen war in Ober-, Mittel- und Unterburg geteilt, etwas 600 m lang und 60 m breit. Die Burg wurde vermutlich während der Regierungszeit des deutschen Königs Heinrich IV. erbaut. Nach der Zerstörung 1118 wurde die Burg umfangreich und größer wieder aufgebaut.
Schon zum Ende des 13. Jahrhunderts setzte mit dem Verlust der strategischen Bedeutung der Verfall der Burg ein. Die Burg wechselte mehrfach die Besitzer, darunter die Grafen von Rothenburg, von Beichlingen, von Schwarzburg und von Schwarzburg-Rudolstadt.

In der „Düringischen Chronik“ des Johannes Rothe wird die Burg zu Beginn des 15. Jahrhunderts als „Wüst“ bezeichnet. In der Unterburg wurde die Kapelle wiederhergestellt und 1433 als Wallfahrtskapelle „Zum Heiligen Kreuz“ geweiht.
Die Mauer ist vollständig erhalten und hatte teilweise eine Höhe bis zu 10 m. Das romanische Kammertor ist durch eine Mauer in zwei Höfe geteilt.
© Thomas Schuster Heiligenstadt
Wie Kaiser Friedrich einen Hirten belohnte, erzählt die Sage:

„Etliche sprechen, daß bei Frankenhausen in Thüringen ein Berg liege, darin Kaiser Friedrich seine Wohnung habe und vielmal gesehen worden. Ein Schafhirt, der auf dem Berge hütete und die Sage gehört hatte, fing an, auf seiner Sackpfeife zu pfeifen, und als er meinte, er habe ein gutes Hofrecht gemacht, rief er überlaut: »Kaiser Friedrich, das sei dir geschenkt!« Da soll sich der Kaiser hervorgetan, dem Schäfer offenbart und zu ihm gesprochen haben: »Gott grüß dich, Männlein, wem zu Ehren hast du gepfiffen?« - »Dem Kaiser Friedrich«, antwortete der Schäfer. Der Kaiser sprach weiter: »Hast du das getan, so komm mit mir, er soll dir darum lohnen.« Der Hirt sagte: »Ich darf nicht von den Schafen gehen.« Der Kaiser aber antwortete: »Folge mir nach, den Schafen soll kein Schaden geschehen.« Der Hirt folgte ihm, und der Kaiser Friedrich nahm ihn bei der Hand und führte ihn nicht weit von den Schafen zu einem Loch in den Berg hinein. Sie kamen zu einer eisernen Tür, die alsbald aufging. Nun zeigte sich ein schöner, großer Saal, darin waren viel Herren und tapfre Diener, die ihm Ehre erzeugten. Nachfolgends erwiese sich der Kaiser auch freundlich gegen ihn und fragte, was er für einen Lohn begehre, daß er ihm gepfiffen?

Der Hirt antwortete: »Keinen.« Da sprach aber der Kaiser: »Geh hin und nimm von meinem güldnen Handfaß den einen Fuß zum Lohn.« Da tat der Schäfer, wie ihm befohlen ward, und wollte darauf von dannen scheiden, da zeigte ihm der Kaiser noch viel seltsame Waffen, Harnische, Schwerter und Büchsen, und sprach, er sollte den Leuten sagen, daß er mit diesen Waffen das Heilige Grab gewinnen werde. Hierauf ließ er den Hirt wieder hinausgeleiten, der nahm den Fuß mit, brachte ihn den andern Tag zu einem Goldschmied, der ihn für echtes Gold anerkannte und ihm abkaufte.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Kyffhausen - Deutsche Sagen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm), Kassel 1816/18, Nr. 296 - Bild: © Thomas Schuster
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