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Heimatgeschichte(n) - Heiligenstadt im Eichsfeld

© Thomas Schuster Heiligenstadt
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Heimatgeschichte(n)
Neben der Fotografie interessiere ich mich für mystische Orte und Sagen. Das Eichsfeld und seine Umgebung sind reich an Sagen und Geschichten, die von den Gebrüdern Grimm und anderen Autoren wie zum Beispiel Rudolf Linge, Johann Georg Theodor Grässe und Ludwig Bechstein aufgeschrieben wurden. Durch unser schönes Eichfeld führt die Märchenstraße, die mit den Orten Heiligenstadt (Möhrenkönig) und Mackenrode (Schneeweißchen und Rosenrot) vertreten sind. Auch in der Umgebung [Hoher Meißner (Frau Holle), Sababurg (Dornröschen), Polle (Aschenputtel) und anderer Orte] finden wir Stätten der Grimm‘schen Märchenwelt.

Bisher habe ich in 34 Bänden ca. 340 Sagen, Märchen und interessante Geschichten aufgeschrieben und mit Informationen versehen. Auf dieser Seite möchte ich einige dieser Heimatgeschichte(n) vorstellen.

Vorschau:
Der Arnstein an der ehemaligen innerdeutschen Grenze
An der ehemaligen Landstraße von Hohengandern nach Witzenhausen ist auf der linken Seite das Schloss Arnstein zu sehen. Die vormalige Burganlage aus dem 12. Jahrhundert (1149?) diente zum Schutz als Grenzfeste gegen Braunschweig und das kurmainzische Eichsfeld.

Im Jahre 1337 sind die Herren von Rusteberg Pfandbesitzer. Sie waren zum Leidwesen Raubritter und wurden gemeinsam vom Mainzer Erzbischof Heinrich III. von Virneburg und den Landgrafen von Hessen 1342 vertrieben. Nachfolger waren die Herren von Berlepsch, die ab 1366 die Burg erweiterten und ausbauten. 1371 sind in einer Urkunde als Pfandinhaber der Burg Arnold und Hans von Berlepsch, Odomar von Bodenhausen und dessen Gemahlin Mechthild von Rusteberg, sowie die Brüder Thilo und Heinrich von Rusteberg erwähnt. Nach der Zerstörung der Burg 1396 wurde sie wieder aufgebaut.

Seit 1434 bis zum Jahr 1938 war sie landgräflich-hessisches Lehen der Herren von Bodenhausen. Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg abgebrochen und ein dreistöckiges Herrenhaus errichtet.

Die Truppen des Tilly verwüsteten 1623 das Schloss. Während des Siebenjährigen Krieges 1760  zerstörten die Franzosen während eines Gefechts mit den Preußen das Dach und Obergeschoss des spätgotischen Schlosses.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die stark verfallenen Gebäude neu aufgebaut. Es entstand das heute weithin sichtbare zweigeschossige Schloss mit dem Mansardendach und ein Terrassengarten. Der Eingang bildet ein barockes Portal. Seit 1938 waren die Besitzer die Kasseler Henschel – Werke. 11 Jahre später unterhielten die neuen Besitzer einen Landwirtschaftsbetrieb mit Gartenbau. Das Gut befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zugänglich.

Das Schloss liegt in der Nähe der Gemeinde Eichenberg, der einen geheimnisvollen Brunnen hat:

„Vor vielen Jahren brach bald nach der Ernte, als Häuser und Scheunen mit Stroh und Heu gefüllt waren, in Eichenberg ein gewaltiger Brand aus. Der Wind trieb die Flammen von Haus zu Haus. Mehr als ein Dutzend Gebäude brannten ab. Da kam auch das Häuschen einer armen Witwe in große Gefahr. Zwar versuchten die Dorfbewohner es zu retten, aber da durch Eintritt der Ebbe im Wunderbrunnen Wassermangel entstand, schien es verloren.

Da eilte das arme Weib in ihrer Not an den Brunnen, warf sich unter dem dicken Nussbaum, dessen Zweige die Quelle beschatteten, auf die Knie und bat Gott um Hilfe in ihrer Not. Noch kniete die Witwe im Gebet, da erscholl aus der Tiefe das bekannte Donnern, das den Beginn der Flut ankündigte, und schon sprudelte das Wasser mächtiger als sonst aus der Erde. Das Haus der Witwe ward gerettet; denn die Flut hielt nun ununterbrochen an, bis das Feuer im Dorf gelöscht war. Die Geschichte kam auch dem Landgrafen Carl von Hessen zu Ohren. Bei seiner nächsten Jagd im Werratal besuchte er diesen Wunderbrunnen.“

Quelle: Kurt Mötzing: Das Dorf Eichenberg, seine Umgebung und sein „Carlsbrunnen“ - Bilder: © Thomas Schuster 2017 und Zeichnung aus dem Jahre 1850, unbekannter Künstler
Bewertung: 4.5/5
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