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Heimatgeschichte(n) - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichte(n)
Neben der Fotografie interessiere ich mich für mystische Orte und Sagen. Das Eichsfeld und seine Umgebung sind reich an Sagen und Geschichten, die von den Gebrüdern Grimm und anderen Autoren wie zum Beispiel Rudolf Linge, Johann Georg Theodor Grässe und Ludwig Bechstein aufgeschrieben wurden. Durch unser schönes Eichfeld führt die Märchenstraße, die mit den Orten Heiligenstadt (Möhrenkönig) und Mackenrode (Schneeweißchen und Rosenrot) vertreten sind. Auch in der Umgebung [Hoher Meißner (Frau Holle), Sababurg (Dornröschen), Polle (Aschenputtel) und anderer Orte] finden wir Stätten der Grimm‘schen Märchenwelt.

Bisher habe ich in 35 Bänden ca. 350 Sagen, Märchen und interessante Geschichten aufgeschrieben und mit Informationen versehen. Auf dieser Seite möchte ich einige dieser Heimatgeschichte(n) vorstellen.
Der Karlsturm in Eschwege
Der Karlsturm oder auch „Schwarzer Turm“ am Sophienplatz in Eschwege ist der Überrest der St. Cyriakuskirche des Kanonissenstifts. Der Unterbau des Turmes stammt aus der romanischen Zeit des 11. Jahrhunderts, der Oberbau ist gotisch. Der Turmhelm wurde im Jahre 1776 aufgesetzt und 1889 erneuert. Der Turm hat eine Höhe von 27,50 m.

Die Stiftskirche hatte im Westen zwei Türme. Die zwei Chöre waren für den Konvent und die Stiftsgeistlichen bestimmt. Die Kirche verfügte über sechs Altäre. Zwei Kapellen waren mit der Kirche verbunden, die dem Evangelisten Johannes und dem Heiligen Nikolaus geweiht waren. 1735 wurde die Kirche bis auf dem Turm abgebrochen.

Das Cyriakusstift (Frauenstift) in Eschwege wurde im Jahre 997 gegründet und gehörte zeitweise zum Stift Gandersheim und zum Bistum Speyer. Von 1227 bis zur Reformation 1547 war es ein Reichsstift. Hier an dieser Stelle wurde ein Königshof 973/74 erstmals erwähnt. Kaiser Otto II. schenkte den Hof seiner Frau Theophanu. Ihr Sohn Kaiser Otto III. übertrug seiner Schwester Sophia 994 den Besitz.
© Thomas Schuster Heiligenstadt
In Wanfried hatte man einen Serienmörder gefasst, der in Eschwege gerichtet wurde:

„Im Dezember 1596 hat man zu Wanfried an der Werte einen Mörder gefangen, mit Namen Barthel Lindeman von Netra und nach Eschwege geführt, welcher auf die peinliche Frage (peinlich: Befragung, Folter) bekannt hat, daß er fünfzig Mannspersonen und sechs schwangere Weiber, darunter auch sein eigenes Weib, scheuderlich ermordet hat, die Weiber lebendig aufgeschnitten und die Früchte herausgenommen.

Welcher Mörder denn kurz zuvor im August samt einem seiner Mitgesellen, Valten Rosing genannt, welcher im Nachhinein zu Hersfeld gevierteilt wurde, bei uns zu Tüngeda der Wirtin, welche hoch schwanger war, drohte ihren Leib aufzuschneiden, daher sie auch in gefängliche Haft genommen, aber wieder losgelassen wurden. Dieser Mörder ist nach rechtem ergangenem Urteil mit Zangen gerissen und letztlich in vier Stücke zerhauen und vor Eschwege auf vier Straßen gehenkt worden.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cyriakusstift_Eschwege - Michael Kirchschlager/Lothar Bechler: „Das Thüringische Obscurum“ - Bild: © Thomas Schuster 2017
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