Was geschah mit der Königsfamilie nach der Niederlage an der Unstrut 531?
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Thüringen · Donnerstag 03 Sep 2026 · 3 Minuten
Tags: Königreich, Thüringen
Tags: Königreich, Thüringen
König Herminafried floh zunächst, wurde aber im Jahr 534 nach Zülpich gelockt. Dort wurde er von den Franken durch einen Sturz von der Stadtmauer heimtückisch ermordet.
Herminafrieds Frau Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen, floh mit ihren Kindern, darunter Sohn Amalafrid, zu ihrem Bruder Theodahad ins Ostgotenreich. Nach der Eroberung Italiens durch den oströmischen Feldherrn Belisar wurden sie im Jahr 540 nach Konstantinopel verschleppt.
Herminafrieds Nichte Radegunde wurde von Frankenkönig Chlothar I. als Kriegsbeute ins Frankenreich verschleppt. Sie musste Chlothar heiraten, floh später jedoch in die Obhut der Kirche. Sie gründete das Kloster Poitiers und wurde später als Heilige Radegunde verehrt. Sie wurde vermutlich um 520 auf der Mühlburg bei Gotha geboren. Hier befindet sich die Radegundiskapelle und ein Gedenkstein.
„… Nach der etwa um 508 erfolgten Aufnahme der Chatten in das Frankenreich grenzte dieses direkt an das der Thüringer. Nach dem Tode des Ostgotenkönigs Theoderich im Jahre 526 hielten die Franken den Augenblick für gekommen, um ihrem Herrschaftsbereich auch die letzten freien germanischen Stämme Mitteleuropas, die Burgunden, Thüringer und Reste der Alamannen, einzuverleiben. Im Jahre 531 unterlagen die Thüringer in einer blutigen Schlacht an der Unstrut. König Hermenefred entkam mit seiner Familie und sammelte in entlegenen Teilen seines Reiches neue Kräfte. Die Franken zerstörten den Hof Hermenefreds und entführten seinen Neffen und seine Nichte Radegunde, um die ein Streit der fränkischen Könige Theuderich und Chlotachar entbrannte (Venantius Fort., Vita Radegundis 2).
Hermenefred wurde im Jahre 534 durch die fränkischen Könige unter Verbürgung seiner Sicherheit zu Verhandlungen nach Zülpich gelockt und dort ermordet. Die Königin Amalaberga floh mit ihren Kindern nach Italien und geriet hier in den Untergang der Ostgoten hinein. Sie kam als Gefangene nach Byzanz; ihr Sohn Amalafred trat als Heermeister in oströmische Dienste (Prokop 1, 13; 4, 25). Es ist bezeichnend für die Stellung des thüringischen Königshauses, daß es einem Königssohn ohne weiteres möglich war, eine so hohe Stellung in oströmischen Diensten einzunehmen und daß die fränkischen Könige den Bruder der Radegunde aus Gründen der Staatsräson töten sowie Radegunde als letzten Sproß der thüringischen Königsfamilie zur Ehe zwingen mußten. Mit dieser Heirat erwarben sie sich bei dem Stamm der Thüringer den Schein der Legalität. …“
Quelle: Eigene Aufzeichnungen, „Die Germanen“ Band 2 – Bild: Mühlburg mit Bild der Heiligen Radegundis © Thomas Schuster Heiligenstadt