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Strafe für Mörder des Heiligenstädter Bürgermeisters Brotmann 1463

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · 23 Juni 2020
Tags: MittelalterlicheStrafeBürgermeisterBrotmann
Walter Prochaska schreibt in seinem Artikel „Mittelalterliche Strafen im Eichsfelde“:

Als 1463 der Bürgermeister Helwig Brotmann auf dem Wege von Heiligenstadt nach Treffurt erschossen wurde, wurden die beiden Täter zu folgender Sühne verurteilt:

1. Sie sollten binnen Jahresfrist dem Rate zu Heiligenstadt 40 alte Schock Groschen zahlen zur Stiftung einer Seelenmesse in der Kirche, bei welcher der Tote begraben liegt.
2. Sie sollten binnen Jahresfrist eine Wallfahrt machen oder durch fromme Leute machen lassen nach Rom, Aachen, Einsiedeln und zum hl. Blute in Wilsnack.
3. Sie sollten innerhalb der nächsten zwei Monate 20 Pfund Wachs an die Pfarrkirche, wo der Tote begraben ist, liefern.
4. Sie sollen der Witwe und den Kindern binnen Jahresfrist 100 alte Schock zahlen.
5. An der Stelle, wo der Getötete gefallen ist, sollen sie innerhalb des nächsten Vierteljahres ein steinernes Kreuz errichten lassen, sieben Schuh hoch über der Erde. Solche Sühnekreuze wurden später oft in die Mauern der Dorfanger (Diedorf) eingemauert.

(Dresden, Hauptstaatsarchiv, Kopialbuch 3 fol. 108 b)



Quelle: Walter Prochaska: „Eichsfelder Heimatbuch“ 1956 Rat der Stadt Heiligenstadt – Bild: Treffurt vom Normanstein aus gesehen (bearbeitet) © Thomas Schuster 2019



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