Novemberrevolution 1918
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Zeitgeschehen · Sonntag 09 Nov 2025 · 1:30
Tags: Novemberrevolution, Ende, 1., WK
Tags: Novemberrevolution, Ende, 1., WK
Am 9. November 1918 endete die Monarchie in Deutschland, am 11. November der 1. Weltkrieg.
Bereits am 8. November hatte die USPD in Berlin zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen. Die SPD unter Friedrich Ebert wollte die Abdankung des Kaisers als eigenen Erfolg präsentieren. Doch die Stimmung in der Hauptstadt war revolutionär – selbst Soldaten weigerten sich, auf Zivilisten zu schießen.
Am Morgen des 9. November forderte die Regierung den sofortigen Thronverzicht Wilhelms II., um Unruhen zu verhindern. Als General Groener erklärte, dass das Heer nicht mehr hinter dem Kaiser stehe, gab Reichskanzler Max von Baden eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt und übergab das Amt an Ebert. Wilhelm II. floh tags darauf ins niederländische Exil.
Trotz der Regierungsübernahme durch Ebert verlangten die Demonstranten auf den Straßen das Ende der Monarchie. Um der radikalen Linken zuvorzukommen, rief Philipp Scheidemann vom Reichstagsbalkon die „deutsche Republik“ aus. Fast gleichzeitig verkündete Karl Liebknecht im Lustgarten die „freie sozialistische Republik Deutschland“.
Ebert wollte eine gemäßigte Regierung bilden und bot der USPD die Beteiligung an. Diese zögerte jedoch, da sie mehr Macht für die Arbeiter- und Soldatenräte forderte.
Am Abend des 9. November bildeten revolutionäre Arbeitervertreter ein sogenanntes Revolutionsparlament, das am nächsten Tag Wahlen zu Arbeiter- und Soldatenräten beschloss. Diese sollten eine provisorische Regierung bilden – den späteren Rat der Volksbeauftragten.
So entstanden in kurzer Zeit zwei konkurrierende Machtzentren: die gemäßigte Regierung unter Ebert und die revolutionären Arbeiter- und Soldatenräte. Damit war der Übergang von der Monarchie zur Republik eingeleitet.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen - Bild: Neues Rathaus in Heiligenstadt vor dem Umbau (bearbeitet und coloriert) nach einer Postkarte von Franz Bader © Thomas Schuster Heiligenstadt