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Naumburger Cranach-Triegel-Altar
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Sachsen-Anhalt · Donnerstag 13 Nov 2025 · Lesezeit 2:00
Tags: NaumburgDom
Der Naumburger Cranach-Triegel-Altar, ergänzt durch ein zeitgenössisches Gemälde, entspricht in seiner Dimension dem historischen Original. Aktuell wird er aufgrund erhobener Einwände bezüglich der Sichtbarkeit in der Kirche Santa Maria della Pietà in Rom für zwei Jahre aufgestellt.

Derzeit führt die temporäre Verlagerung des Altars aus dem Naumburger Dom, einer seit Jahren zum UNESCO-Welterbe zählenden und touristisch bedeutenden Kirche, zu intensiven Debatten. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Nutzung des Doms als sakraler Raum oder als Museum. Konkret betrifft dies den Cranach-Triegel-Altaraufsatz, der für zwei Jahre nach Rom transferiert werden soll.

Zwischen 1517 und 1519 fertigte Lucas Cranach d. Ä. einen dreiflügeligen Marienaltar für den Westchor des damals katholischen Doms an. Der Mittelteil zeigte vermutlich eine Marienszene, während die Seitenflügel mit Heiligen und Stiftern gestaltet waren. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1541 wurde die Marienverehrung abgelehnt, woraufhin der Mittelteil des Altars entfernt wurde und der Dom protestantisch wurde.

Das Fehlen des mittleren Altarbildes bestand fort. Das Naumburger Domkapitel entschied sich vor einigen Jahren, diese Lücke durch ein zeitgenössisches Element zu schließen. Hierzu erhielt Michael Triegel, Vertreter der Neuen Leipziger Schule, den Auftrag, ein neues Mittelstück zu gestalten. Das Werk wurde im Juni 2022 fertiggestellt und zeigt unter anderem Dietrich Bonhoeffer sowie den Bettler Burkhard Scheffler, der Ende 2022 verstarb.

Die Abstimmung des Cranach-Triegel-Projekts mit dem Denkmalschutz erfolgte jedoch nicht. Dies führte zu Meinungsverschiedenheiten, insbesondere hinsichtlich der ursprünglichen Gestaltung des Mittelteils. Laut dem International Council on Monuments and Sites (ICOMOS), das für die Einhaltung der Welterbekriterien verantwortlich ist, beeinträchtigt der Altar die Sicht auf die renommierten Stifterfiguren Uta von Naumburg und Markgraf Ekkehard II. von Meißen. Diese Skulpturen waren maßgeblich für die Aufnahme des Naumburger Doms in die Liste des Welterbes im Jahr 2018.

Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, den Altar bis mindestens 2027 nach Rom zu verbringen. Dort befindet er sich auf dem Gelände des Campo Santo Teutonico, der Friedhofsanlage deutscher Katholiken, bis eine endgültige Lösung in Deutschland gefunden worden ist.
Quelle: https://taz.de/Naumburger-Altar-zieht-nach-Rom/!6126199/ - Bilder: Cranach-Triegel-Altar im Naumburger Dom, jetzt in Rom 2025 © Thomas Schuster Heiligenstadt


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