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Mittelalterliche Strafen im Eichsfelde

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · 21 Juni 2020
Tags: MittelalterlicheStrafen
Walter Prochaska schreibt in seinem Artikel „Mittelalterliche Strafen im Eichsfelde“:

„Zur Schlichtung des Streites um eine Neurodung bei Weißenborn ließ der Erzbischof zu Erfurt im Jahre 1143 die Feuerprobe anstellen. Sie entschied zu Gunsten des Klosters. Das vom Erzbischof zu Erfurt gesegnete glühende Eisen soll die Hand des Trägers nicht verletzt, sondern noch gesunder gemacht haben.

Die Gemeinden des Eichsfeldes hatten in alter Zeit Schulheißengerichte. Diese wurden öffentlich auf dem Rathause oder auf dem Dorfanger gehalten. In Heiligenstadt mußte der Schultheiß vor Beginn der Gerichtshandlung sprechen: „Ich hege hier ein Gerichte von meines gnedigen Herrn von Meintz wegen bey des Kaisers achte und der Herren hulde, meinen Herrn und den Bürgern zu gute und zu rathe.“ Als Zeugen wurden nur ehrenhafte Männer genommen. Die Zeugen mußten Vermögen besitzen. Als 1574 die Dingelstädter einen Prozeß um die Braugerechtigkeiten führten, heißt es von dem Zeugen: „Glaubt zum Zeugen reich und gut genug zu sein“. Was zwei zeugen bei ihrem Eide bekundeten, damit mußten die Streitenden zufrieden sein. Zeugnisverweigerung wurde bestraft.“

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Quelle: Walter Prochaska: „Eichsfelder Heimatbuch“ 1956 Rat der Stadt Heiligenstadt – Bild: „Tollenkasten“ aus dem 18. Jahrhundert im Eichsfeldmuseum Heiligenstadt.



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