Hospital „Zum Heiligen Geist“ in Heiligenstadt
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Dienstag 08 Sep 2026 · 4 Minuten
Tags: Hospitalstraße, Hospital
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Das Hospital „Zum Heiligen Geist“ um das Jahr 1930. Das heutige Hospital hatte mehrere Vorgänger. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde es im Jahre 1632 vom Grafen von Löwenstein niedergebrannt. Georg Ludwig Graf von Löwenstein-Scharfeneck (1587–1633) war aktiver Obrist auf protestantischer Seite im Dreißigjährigen Krieg. Von ihm finden wir in diesem Jahr folgende Aufzeichnungen:
„Den 28. März (7.4.) Herr Graf von Löwenstein anhero geschrieben, dass wir binnen 10 Tagen 50 Centner Werg nach Erfurt zur Lunten schicken sollen, da doch die armen ausgeplünderten Leuthe im gantzen Ambte nicht 15 Pfund mehr haben“.
… (Herzog) Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar hatte von Erfurt am 27.1. von Rat und Geistlichkeit 3.000 bzw. 1.000 Rt. Kontribution verlangt, die ‚in Abschlag der alten Reste’ zu erlegen seien. Zudem hatte er der Geistlichkeit vorgeworfen, mit seinen Feinden ‚Korrespondenz und Machinationen’ zu pflegen, wolle jedoch bei Erlegung der geforderten Kontribution ein Auge zudrücken. „Der Rat lehnte die Forderung des Herzogs ab: Er habe 14000 Rt. Kontribution erlegt und erinnere sich keiner Reste. Die weimarischen Räte waren nicht in der Lage, etwas zu erreichen, und als der Rat ihnen schließlich auch den Unterhalt verweigerte, gerieten sie in arge Verlegenheit. Sie baten den Herzog, durch Exekution die Gelder eintreiben zu lassen, da ihnen unmöglich sei, ‚mit Schimpf und Spott länger allhier zu verbleiben’. Dem Rat übergaben sie ein Schreiben, in dem sie ihren Unterhalt forderten, da sie ‚gleichwohl vom Winde nicht leben’ könnten.
Zu allem Überfluß kamen sie noch in Gegensatz mit dem Grafen Löwenstein. Dieser hatte sich dem Herzog gegenüber geweigert, sein Regiment der Armee nachzusenden, die noch nicht gezahlte Löhnung verlangt und endlich gedroht, sich an Gustav Adolf zu wenden, wenn der Herzog seiner Bitte nicht nachkäme. Dieser war empört, verbat sich derartige Belästigungen und befahl ihm, Erfurt nicht zu verlassen, damit er ihn bei seiner Rückkehr zur Verantwortung ziehen könne. Seine Räte wies er an, jede Übertretung der zurückgelassenen Instruktion, die der Graf sich zuschulden kommen ließe, sofort zu melden. Sie kamen dem Befehl nach und berichteten, daß der Graf konfiszierte Gelder für sich verwendet, ohne Befehl mit den Landständen des Eichfelds Verhandlungen geführt, den Rat nicht zur Kontributionszahlung angehalten und sie in ihrer Arbeit nicht unterstützt habe, wodurch die Befestigungsarbeiten und die Herbeischaffung von Munition und Proviant zurückgeblieben und ‚alles ins Stocken geraten’ sei. Löwenstein, der das erfuhr, war über die ‚Hinterrücktragung’ empört und ließ den Räten gegenüber seinem Ärger freien Lauf. …
… Herzog Wilhelm war über die Vorgänge in Thüringen sehr betroffen. Als er sich Thüringen wieder näherte, entsetzte er den Grafen Löwenstein sofort seines Kommandos und forderte ihn auf, sich zu rechtfertigen. Dem Grafen gelang seine Rechtfertigung. Welche Entschuldigungsgründe er angeführt hat, wissen wir nicht. Jedenfalls nahm ihn der Herzog wieder in Gnaden an. Beim König beklagte er sich, daß ihm, während er ‚mit anderen hohen Geschäften beladen’ gewesen sei, Kursachsen und Ludwig von Anhalt Quartiere entzogen hätten, auch ‚die Stadt Erfurt sich dermaßen ungehorsamlich’ gezeigt habe, daß ‚Wir nach Unserem Abzug nicht das Geringste daraus haben genießen können, nicht wissend, durch wessen Veranleitung solches geschieht’. Das Eichsfeld sei so arm, daß wenig davon zu hoffen sei. Er wisse nun nicht, woher er die Mittel für die Bezahlung der Soldaten, von Munition, Waffen, Artillerie und der Befestigungsarbeiten in Erfurt nehmen solle. Außerdem seien im Statthalteramt in Erfurt ‚allerhand Eingriffe’ geschehen. Er bitte, der König möge ihn bei seinen Quartieren und dem Statthalteramt ‚mainteniren’, ihm auch erklären, wie er über seine persönlichen Wünsche denke. …“
Quellen: https://www.30jaehrigerkrieg.de/lowenstein-scharfeneck-lowenstein-lobenstein-liebenstein-georg-ludwig-graf-von-3/; Bild: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=7-149771 - Bild: Hospital von der Göttinger Straße mit Unterführung