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Heimatgeschichten: Die Tillyschanze auf dem Rabanenkopf bei Hann. Münden

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Niedersachsen · 27 Juni 2020
Tags: Hann.MündenTillyschanze
Auf dem Rabanenkopf des Reinhardswaldes oberhalb von Hann. Münden befindet sich die 25 m hohe Tillyschanze. Von hier hat man einen sehr schönen Ausblick auf die historische Altstadt des südlichsten Städtchens Niedersachsens.

Der hessische Landgraf Heinrich erbaute hier zu Beginn des 14. Jahrhunderts auf dem Bergsporn die Hesseburg. Aber schon nach einem Jahr ließ er die Burg wieder abbauen, um einen Streit mit der Stadt Hann. Münden aus dem Wege zu gehen. Nur der Burggraben blieb erhalten. Die 1885 fertiggestellte Tillyschanze wurde innerhalb des Grabens errichtet. Im Turm befindet sich ein schönes Relief mit der Belagerung Tilly’s während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1626.

Allerdings hatte Tilly seine Kanonen am Ufer der Fulda aufgestellt. Die Stelle der Schanze könnte wegen seiner guten Aussicht als Beobachtungspunkt gedient haben. Fest steht, dass der Bergsporn als Kanonenstellung während des 7jährigen Krieges von den Truppen Herzog Ferdinands von Braunschweig-Wolfenbüttel gegen die Franzosenschanze auf der gegenüberliegenden Seite genutzt wurde.
Beim Bau der Tillyschanze fand man unter anderem Pfeil- und Lanzenspitzen, Gewehrkugeln und Steigbügel vom Mittelalter bis zur Frühneuzeit.
Heute befindet sich hier eine Gaststätte, die allerdings auf hessischem Gebiet liegt.

Ein Augenzeuge berichtete:

„ … lange leiden mussten, bis sie ihren Geist aufgaben, sich quälen mussten, etliche wurden in heißes Wasser geworfen und verbrüht, etliche von den Turmzinnen oder anderen hohen Stellen lebendig hinter gestürzt, etlichen Schwarzpulver angehängt und damit gemartert, etliche gefesselt und gegen das Feuer gehalten, manche mit Stricken um den Kopf erdrosselt, manche gehenkt, manchen die Augen ausgestochen, kranke und schwache Leute wurden in ihren Betten umgebracht, manche kleinen Kinder aufgespießt und in der Höhe zappeln lassen … die toten Körper in den Gassen waren zum Teil entblößt, darunter wurde auch eine schwangere Frau gesehen, die zwar tot war, aber das Kind, das nur halb geboren war, regte sich noch, etlichen dicken Menschen schnitt man das Fett und Riemen aus ihrer Haut, etliche Soldaten setzten sich auf die Leichen und prosteten den anderen zu …“

© Thomas Schuster Heiligenstadt

Quellen: http://tillyschanze.de/ , https://www.kiz-online.de - Bild: Thomas Schuster 2017



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