Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Gut Hillemann bei Heiligenstadt

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · 15 Juli 2020
Tags: Hillemann
Zwischen dem Dorotheenhof und der Landstraße nach Günterode liegt das ehemalige Gut und Vorwerk Hillemann. In der Nähe befindet sich der „Wilmeröder Grund“, benannt nach der gleichnamigen Wüstung. Im Lagerbuch finden wir einen Eintrag aus dem Jahre 1634, der Marttin Hilleman als Eigentümer nennt. Von der Familie stammt vermutlich der Name des Gutes ab.

Das Gut Hillemann wird von Levin, Freiherr von Wintzingeroda-Knorr in Verbindung mit der Wüstung Wilmerode gebracht: „Vielleicht ist das am nächsten der wüsten Ortsstätte (Wilmerode) gelegene Gehöft, das jetzige Vorwerk „Hillemann“ der Rest des eingegangenen Ortes.“
Als weitere Eigentümer werden genannt: Leopold Hillemann (Duderstadt), Familie von Linsingen (1768) und Hofrat Kolligs (1768)
Johann Wolf schreibt über die Bodenbeschaffenheit um 1800: „Leimenboden wird gegen Siemerode nach dem Hillemann zu und auf dem Kuhls- und Stelzenberge angetroffen.“

Aus dem Adressbuch von 1924 erfahren wir, dass neben Gutsbesitzer Rudolf Gentrup noch 3 weitere Personen auf dem Gut wohnen: Ignatz Engelhardt, August Hebestreit und Maria Mai. Das Anwesen wird als Hillemann Nr. 565 (alte Hausnummer) geführt und besaß ein Telefon.
Hermann Dahmen ist der eingetragene Eigentümer im Jahre 1948, der später mit seiner Familie in den Westen flüchtete. Im Jahre 1953 übernahm das volkseigene Gut Steinheuterode den Hof und die Ländereien mit einer Größe von 40 Hektar. Die heutigen Gebäude stammen von 1958 und dienten für Zucht- und Milchviehhaltung. Der letzte Bewohner des Gutshauses war Milius Fischer.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde das Wohngebäude abgerissen, denn es befand sich bis 1990 im Sperrgebiet.

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Quelle: Levin, Freiherr von Wintzingeroda-Knorr „Die Wüstungen des Eichsfeldes“ – 1903, Tobias Rohner: „Die Mikrotoponyme der Gemarkung Heiligenstadt“ 2006, Volker Große und Gunter Römer: „Verlorene Kulturstätten im Eichsfeld 1945 bis 1989, 2006 – Bild: © Thomas Schuster 2020



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