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Gesellschaft für Heimatgeschichte gegründet
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Donnerstag 16 Apr 2026 · Lesezeit 2:15
Tags: VereinGesellschaft
„Am 17. Januar 1979 fand im Musiksaal des Klubs der Kulturschaffenden „Johannes R. Becher“ Berlin die Gründungsversammlung der Gesellschaft für Heimatgeschichte im Kulturbund der DDR statt.

Die Gesellschaft ist ein Teil der Gesamtorganisation des Kulturbundes, und somit sind deren Satzungen und Finanzrichtlinien für sie verbindlich. Anliegen der Gesellschaft ist es, „auf der Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse des Marxismus-Leninismus die Beschäftigung mit der Heimatgeschichte zu fördern, heimatgeschichtliche Erscheinungen und Prozesse, insbesondere die revolutionären und anderen progressiven Traditionen zu erforschen und zu propagieren, das historische Selbstverständnis der Bevölkerung unseres Landes erweitern und ihr Geschichtsbewußtsein allseitig ausprägen zu helfen.“ (Aus den Leitsätzen)

Unter der Leitung des auf der Gründungsversammlung berufenen Zentralvorstandes und der noch zu bildenden Bezirks- und Kreisvorstände löst die Gesellschaft ihre Aufgaben durch Arbeitsgemeinschaften, die in den Ortsgruppen des Kulturbundes tätig sind. Die fachspezifische Anleitung erfolgt durch die nun in der Gesellschaft zusammengefaßten Zentralen Fachausschüsse (ZFA): Heimatgeschichte/Ortschronik, Kulturgeschichte/Volkskunde, Ur- und Frühgeschichte Numismatik und Kulturhistorische Zinnfiguren. Die Redaktion der Eichsfelder Heimathefte war auf der Gründungsversammlung durch drei Mitglieder vertreten. Paul Lauerwald erhielt die ehrenvolle Berufung zum Vorsitzenden des ZFA Heimatgeschichte/Ortschronik, dem er schon seit Jahren als aktives Mitglied angehört. Zugleich wurde er Mitglied des Zentralvorstandes der Gesellschaft und einer der fünf Stellvertreter ihres Vorsitzenden, Prof. Dr. Willibald Gutsche (Akademie der Wissenschaften der DDR). Walter Conraths wurde auf Grund seiner Verdienste ebenfalls in den Zentralvorstand berufen, während Dr. Hans Demme wie schon bisher im ZFA Heimatgeschichte/Ortschronik mitarbeiten wird.“

Quelle: Eichsfelder Heimathefte 1979, Hans Demme

Information:
Die Gesellschaft für Heimatgeschichte war eine spezialisierte Vereinigung innerhalb des Kulturbundes der DDR, die am 17. Januar 1979 offiziell gegründet wurde. Sie förderte die Erforschung lokaler Geschichte, Ortschroniken, Volkskunde und Denkmalpflege, wobei sie ideologisch in die sozialistische Kulturpolitik eingebunden war. Viele Ortschroniken in der DDR wurden durch ihre Mitglieder erarbeitet.
Sie war eine von mehreren inhaltlichen Sparten im Kulturbund der DDR, einer Massenorganisation. Die Struktur umfasste einen Zentralvorstand, Arbeitsausschüsse und fachliche Arbeitsgruppen auf lokaler Ebene. Die Mitglieder beschäftigten sich mit Orts- und Betriebschroniken, Volkskunde, Ur- und Frühgeschichte sowie Numismatik. Neben der Bewahrung regionaler Geschichte diente die Arbeit der "sozialistischen Heimatpflege", um die Bindung an den DDR-Staat zu stärken.
Die Arbeit der Gesellschaft wurde oft von Museen, Archiven und Heimatforschern getragen, die in regelmäßig erscheinenden Reihen publizierten.




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