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Geröder Geschichten I
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Donnerstag 06 Jun 2024
Tags: KlosterGerode
Über das Kloster gibt es sehr wenige Sagen und Geschichten. Zwei vielen unbekannte Ereignisse schildert Carl Duval in seinem „Eichsfeld“.

Eine Erzählung handelt in der Napoleonischen Zeit, die andere Geschichte während der Reformation. Diese möchte ich euch gerne zitieren:

„… Nach Johannes Schmal‘s Tode wurde Christoph von Tastungen, welchen die Chronik einen „Blutigel“ nennt, von dem Kurfürsten von Mainz zum Verwalter des Klosters Gerode eingesetzt. Derselbe wohnte zwei Jahre hier und hauste sogar eine Zeit lang ganz allein auf dem Thurme der Klosterkirche, da er sich vor der Pest, welche in der Umgegend wüthete, ganz entsedzlich fürchtete.

Theils aus Furcht vor der Seuche, theils aus Verdruß über den Thurmbewohner, welcher sich die nothwendigsten Lebensmittel in einem Korbe emporzog und nur aus der Thurmluke herab denjenigen, welche mit ihm zu reden hatten, Antwort gab, verließen alle Mitglieder des Convents das Kloster.

Nur ein Laienbruder blieb zurück und rettete in gewisser Beziehung das Kloster, denn er ließ nicht nach, die Vorsteher der Bursfelder Congregation so lange mit Bitten und Vorstellungen zu bestürmen, bis der Abt und Fürst Reiner von Corvey mit den erzbischöflichen Commissarien, dem Stiftsdechanten Wilhelm Prediger zu Heiligenstadt und dem Scholaster Alexander Kindervater selbst nach Gerode kam und einen Benedictiner aus dem Kloster Gladebach, Namens Rombold Collard von Linden, mit Bewilligung des Erzbischofs, um das J. 1558 (1556) zum neuen Abte des Klosters einsetzte. …“

Während dieser Zeit wurde das Kloster verwaltet. Es handelt sich um die Zeit zwischen 1429–1448 (Herwig von Wintzingerode) und den genannten Rumpold Collart von Linden.

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Quelle: Carl Duval: „Das Eichsfeld“ – 1845 – Bild: Walter Rassow: Ostseite des Klosters um 1900


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