Friedrich von Motz
In Heiligenstadt begegnet euch der Name „Motz“, wie die Gaststätte „Motz am Fluss“. Die aktuelle Werbung heißt: „Herr Motz flaniert durchs Eichsfeld.“ Aber wer war eigentlich der Herr Motz? Von 1803 bis 1807 war er Landrat im Eichsfeld.
In Wikipedia erfahren wir etwas über seine Vita:
„Friedrich Christian Adolf Motz, ab 1780 von Motz (* 18. November 1775 in Kassel; † 30. Juni 1830 in Berlin) war ein preußischer Staatsmann, preußischer Finanzminister, Oberpräsident der Provinz Sachsen und Regierungspräsident in Erfurt und Magdeburg.
… Sein Ur-Urgroßvater, der Kriegsrat Johann Christian Motz, war Kommandant der Residenz und Festung Kassel. Sein Großvater war Christian Heinrich Motz (1687–1751), Herr auf Oberurff sowie hessischer Geheimer Rat und Regierungsvizekanzler in Kassel ...“
Sein Vater war der kurhessische Wirkliche Geheime Rat und Präsident des Oberappellationsgerichts (höchstes Rechtsprechungsorgan und letzte Berufungsinstanz) Justin Motz (1733–1813) und er wurde 1780 in den Reichsadelstand erhoben. Friedrich von Motz studierte von 1792 bis 1794 Rechtswissenschaften in Marburg und übernahm dann 1795 eine Funktion in preußischen Diensten als Auskultator (Zuhörer oder Beisitzer) in Halberstadt, wo er 1801 zum Landrat von Halberstadt ernannt wurde. Nach seiner Zeit als Landrat im Eichsfeld Anfang 1807 war Motz Leiter der direkten Steuern des Harz-Departements und Mitglied der Reichsversammlung im Königreich Westphalen. In der Zeit der napoleonischen Herrschaft war er von 1808 bis 1813 für das Königreich Westphalen als Direktor für Steuern in Heiligenstadt tätig.
„ … Nach der 1816 erfolgten Gründung des Regierungsbezirks Erfurt wurde Motz dessen Vizepräsident und 1818 erster Regierungspräsident. 1820 übernahm Motz, anfangs kommissarisch parallel zu seinem Erfurter Amt die Funktion als Regierungspräsident von Magdeburg und ab November 1824 definitiv, die Funktion des Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen in Magdeburg, die er bis 1825 innehatte. …“
Der Name „Motz“ ist mit der Anlage vieler Chausseen und der Förderung der regionalen Textilindustrie verbunden.
„… Am 1. Juli 1825 wurde er vom preußischen König zum Geheimen Staats- und Finanzminister ernannt und wechselte am 16. Juni 1825 von Magdeburg nach Berlin. Vor seinem Ableben wurde Motz 1826 zum 2. Chef der Staatsbuchhaltung und war ab 1828 Mitglied des 1817 gegründeten Preußischen Staatsrates.
Zu seiner wesentlichsten Leistung im Amt des Finanzministers wurde die Vorbereitung der Gründung des Deutschen Zollvereins, deren Vollzug 1834 er nicht mehr erlebte. 1828 wurde eine Zollunion zwischen Preußen und Hessen-Darmstadt geschaffen und 1829 konnte Motz mit dem Süddeutschen Zollverein einen Exklusivvertrag über beidseitige Handelsprivilegien abschließen.“
Neben Heiligenstadt finden wir ihn noch in Vollenborn als Besitzer des Gutes. Er heiratete 1799 in Halberstadt Albertine von Hagen (1779–1852). Sie erbte die Güter Vollenborn und Rehungen und war die Tochter des Halberstädter Landrats Carl Ernst von Hagen (1749–1810) und der Gräfin Henriette von Schlitz genannt von Görtz.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen und Wikipedia – Bild: Werbung am Marktplatz und Rekonstruktion durch KI © Thomas Schuster Heiligenstadt