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Fetter Donnerstag und Weiberfasching
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Zeitgeschehen · Donnerstag 12 Feb 2026 · Lesezeit 2:00
Tags: FetterDonnerstag;Weiberfasching
Am Fetten Donnerstag oder auch „Schmotzigen Donnerstag“ fällt der Startschuss für den Straßenkarneval. Früher war die Fastenzeit ab Aschermittwoch extrem streng. Bevor die Zeit des Verzichts begann, musste alles Aufgehobene an Fett, Schmalz und Eiern verbraucht werden. Man backte also Unmengen an in Fett ausgebackenem Gebäck wie Kreppel und aß sich am Donnerstag nochmal so richtig satt – daher der Name. Und da man im Eichsfeld viel selber schlachtete, gab es zusätzlich Wurst und den geliebten Feldgieker.

Es gibt im Eichsfeld den Brauch, dass man am Fetten Donnerstag allen Menschen gratuliert, die „etwas mehr auf den Rippen“ haben. Man sagt ihnen: „Heute ist dein Namenstag!“ Das ist aber nicht böse gemeint, sondern Ausdruck der eichsfeldischen Lebensfreude.

Die Geschichte dahinter ist eng mit der Hausschlachtung verbunden. Da das Eichsfeld traditionell katholisch geprägt ist, war die Fastenzeit ab Aschermittwoch heilig. Bevor diese 40 Tage des Verzichts begannen, musste alles „Fette“ weg.

Es gibt die Anekdote eines Lehrers aus einem kleinen Dorf bei Heiligenstadt, der seine Schüler nach den wichtigsten Feiertagen fragte. Ein Junge sprang auf und rief: „Ostern, Pfingsten, Weihnachten – und der Tag, an dem wir schlachten!“

„Fetter Donnerstag im Eichsfeld-Land: Eisbein in der einen, Bier in der and’ren Hand!“

Die Geburtsstunde der „Weiberfastnacht“

Alles begann im Jahr 1824 in Bonn-Beuel. Damals war Karneval reine Männersache. Die Herren der Schöpfung amüsierten sich prächtig in ihren Vereinen, während die Frauen zu Hause blieben, die Wäsche wuschen und schufteten. Die Wäscherinnen aus Beuel hatten aber irgendwann die Nase voll davon, nur zuzusehen. Während die Männer feierten, taten sich die Frauen zusammen und gründeten das „Beueler Damenkomitee“.
Am Donnerstag vor Aschermittwoch legten sie die Arbeit nieder und stürmten symbolisch das Rathaus, um den Männern zu zeigen: „Heute regieren wir!“ Sie schnitten den Männern die Krawatten ab – ein Symbol für die männliche Macht – und übernahmen für einen Tag das Kommando. Aus diesem rebellischen Akt der Wäscherinnen wurde die Tradition, die wir heute als Weiberfastnacht kennen.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Eichsfelder Hof mit Bearbeitung KI zum Thema Weiberfasching © Thomas Schuster Heiligenstadt



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