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Entrichtung der Feuersocietäts-Beiträge 1820
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Montag 18 Mai 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Tags: Versicherungen
„Von der Königl. General-Direction der Magdeburgschen Land-Feuersocietät ist das 60ste Ausschreiben der Feuersocietäts-Beiträge erlassen, nach welchem einschließlich der Erhebungsgebühren von 100 Thaler Einsatz-Kapital 4 gGr. 1 Pf. gezahlt werden müssen.
Wir fordern die Interessenten hiesiger Stadt mit der Weisung auf, ihre Beiträge binnen 8 Tagen bei Vermeidung der Exekution an den Hrn. Orts-Einnehmer Wand einzuzahlen.“

Heiligenstadt, den 21sten Januar 1820.
Der Magistrat.
Lorenz. Bierwirth.

Die Feuersozietät ist die zweitälteste Versicherungsgesellschaft in Deutschland. Sie wurde 1718 in Berlin durch König Friedrich Wilhelm I. gegründet. Sie zählt heute zu den Öffentlichen Versicherern und ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe.

Bis ins 17. Jahrhundert wurde Versicherungsschutz vor allem von Einzelpersonen, Zünften und Gilden getragen. Erst ab der Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten kommerziellen Versicherer. Sie spezialisierten sich vor allem auf Feuer- und Transportversicherungen, etwa wie Lloyd’s of London auf dem Gebiet der Schiffsversicherung. Die ersten professionellen Versicherer wurden auf staatliche Initiative gegründet, darunter die Hamburger Feuerkasse (1676) und die Berliner Feuersozietät (1718); nach heutigem Verständnis waren dies Anstalten des öffentlichen Rechts. Der erste deutsche Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit war die Gothaer Feuerversicherungsbank für den Deutschen Handelsstand (1820). Aktiengesellschaften entstanden zunächst Ende des 18. Jahrhunderts und in Deutschland seit dem frühen 19. Jahrhundert.

Nach 1945 bis 1990 gab es nur die Staatliche Versicherung der DDR, sie war der einzige Versicherer in der DDR für Privatkunden. In Heiligenstadt befand sich die Versicherung im Nebengebäude des Zwehlschen Hauses im Knickhagen.

Für das Fahrzeug musste man hier Versicherungsmarken kaufen und einkleben. Für ein Moped waren es 8,50 Mark.

Quelle: Obereichsfelder Kreisanzeiger 1820, Eigene Aufzeichnungen – Bild: Zwehlsche Haus mit Staatlicher Versicherung der DDR im Nebengebäude 1988 © Thomas Schuster Heiligenstadt



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