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Ende des 1. Weltkrieges 1918
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Zeitgeschehen · Montag 10 Nov 2025 · Lesezeit 2:45
Tags: 1.Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg endete am 11. November 1918 um 11:00 Uhr, als der Waffenstillstand von Compiègne in Kraft trat. Zu dieser Zeit gab es an den Fronten ein Signal, dass die Kampfhandlungen beendet wurden, woraufhin die Waffen schwiegen. Der Waffenstillstand war am frühen Morgen desselben Tages unterzeichnet worden, aber er trat erst zur festgelegten Stunde in Kraft.
Der Erste Weltkrieg war ein internationaler militärischer Konflikt, der von 1914 bis 1918 in Europa, Vorderasien, Afrika, Ostasien sowie auf den Weltmeeren stattfand. Schätzungen zufolge verloren rund 17 Millionen Menschen ihr Leben. An diesem bis dahin größten Krieg der Geschichte beteiligten sich etwa 40 Staaten; insgesamt wurden ca. 70 Millionen Soldaten mobilisiert. Die Hauptparteien waren auf der einen Seite Deutschland, Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich sowie auf der anderen Seite Frankreich, Großbritannien einschließlich seines Kolonialreichs, Italien und die Vereinigten Staaten von Amerika. Russland zog sich vor dem Kriegsende aus dem Bündnis zurück.

Im Buch „Vom Leben und Leiden der Eichsfelder im Ersten Weltkrieg“ lesen wir:

„Die rote Fahne über Heiligenstadt. Seit gestern Mittag weht über dem Schloß, dem Rathause und dem Hauptbahnhof die rote Fahne. Vormittags 11 ½ Uhr versammelten sich die hier aufhaltenden Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften und Kriegsgefangenen in der Lindenallee beim Kriegerdenkmal zum Appell, den ein Offizier abnahm. Darauf ging es unter dem Vorantritt der Kubeschen Musikkapelle und den Mitgliedern des Arbeiter- und Soldatenrates in geschlossenem Zuge durch die Gieckgasse, Wilhelmstraße, obere Wendischegasse nach dem Marktplatz. Auf dem Marsch spielte die Musikkapelle und die Kriegsgefangenen sangen die „Marseillaise“ und die „Internationale“. Auf dem Marktplatz wohnte eine vielhundertköpfige Menschenmenge dem Akt des Hissens der roten Fahne auf dem Rathause bei. Genosse Julius Vogelbein hielt von der Rathaustreppe eine Ansprache an die versammelten Kameraden, Genossen, Bürger und Bürgerinnen.

Er führte u. a. aus: „Es ist ein historischer Moment. Der vierjährige Weltkrieg ist durch die Revolution zu Ende gegangen. Millionen Menschenleben mußten erst dem Moloch Kapitalismus geopfert werden, bis die Sozialdemokratie dem Völkermorden ein Ende machte. Auf dem Berliner Schloß weht die rote Fahne! Hier in Heiligenstadt befanden wir uns auf einem vorgeschobenen Posten. Trotz aller Verleumdungen und Anfeindungen haben wir treu ausgeharrt. Heute können wir sagen: Es ist erreicht, es ist vollbracht! Was wir unter dem alten System gelitten, das wissen wir alle.“ Nachdem der Redner noch die Grundsätze der nunmehr zur Macht gelangten Sozialdemokratie: „Gleiches Recht für alle“ und „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ dargelegt hatte, schloß er mit einem Hoch auf die völkerbefreiende internationale Sozialdemokratie, in das die Versammelten einstimmten. Eine Fahnendeputation von drei Matrosen hatte inzwischen die rote Fahne am Westgiebel des Rathauses angebracht  ...“
Zum Bild: Das Beinhaus von Douaumont ist eine französische nationale Grabstätte für die Gebeine der Gefallenen, die nach der Schlacht um Verdun nicht identifiziert werden konnten. Das Beinhaus (Ossarium) befindet sich auf dem Gebiet der ehemaligen Ortschaft Douaumont. In ihm werden die Gebeine von über 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt.

Quelle: Mathias Degenhardt: „Vom Leben und Leiden der Eichsfelder im Ersten Weltkrieg“ - Bild: Franz Fiedler + Heiligenstadt © Thomas Schuster Heiligenstadt



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