Eichsfelder Dialekt: D‘ Kärchenuhr
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Sonntag 26 Apr 2026 · 1:00
Tags: Dialekt, Muttersprache
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Eichsfelder Dialekt
D‘ Kärchenuhr
Kleinemanns Etti worr finnef Johre olt; abber aer kannte d‘ Uhrr nach nitt. Sinn Unkel Ingenaz gobb sich graße Mieh mett ämm; abber dar Bängel begräffs nitt.
Nun hotten eines Tages d‘ Murslidde was uffen Howe zetune. Es gung uff Mettag zu und einer fraete: „Wievieele Uhr hamman eigentlich?“ Unkel Igenatz meinte: „Etti kann je mol nogucke.“ „Hänn Etti, gucke mol an d‘ Kärchenuhr!“ saete Murfranz.
Etti verzog kenne Miene, gung las, un no aenner Wiele kome wärre. „Na Etti, wie spete ässes daen?“ Un Etti antwortete ganz äbberzeugend: „Unkel Franz, d‘ Kärchenuhr hängt zu haach, uns a haach kann ich nitt gegucke!“
Quelle: „Eichsfelder Schnurren“ 1980 – Bild: Kirche in Holungen 2022 bearbeitet © Thomas Schuster Heiligenstadt