Dingelstädt: Über Friedhöfe und Kreuze

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Dingelstädt: Über Friedhöfe und Kreuze

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · 12 November 2022
Tags: DingelstädtSchwarzeKreuzAlterFriedhof
Auf Friedhöfen finden nicht nur Menschen ihre letzte Ruhestätte, sondern wir erfahren auch über die Grabmäler, Kreuze und Gruften viel von den hier Bestatteten. Besondere Beachtung finden alte Friedhöfe, die heute zum Teil in Ruheoasen und Parks umgewandelt wurden. Hier wurden meist die Gräber prominenter Bürger oder prunkvolle Grabmale erhalten.

Über die Friedhöfe in Dingelstädt ist eine Sage über das „Schwarze Kreuz“ erhalten geblieben:

„Am Hohlwege eine Viertelstunde südlich von Dingelstädt, steht unter zwei Linden das „Schwarze Kritze“. Über dasselbe weiß der Volksmund folgendes zu erzählen:
Vor mehreren hundert Jahren war in Dingelstädt die Pest ausgebrochen und es begann ein großes Sterben. Die beiden Friedhöfe innerhalb des Ortes hätten nicht ausgereicht, um alle Leichen dort bestatten zu können Aus diesem Grunde und besonders auch wegen der drohenden Ansteckungsgefahr begrub man die der Seuche zum Opfer gefallenen Personen außerhalb des Marktfleckens. Nachdem die Pest erloschen war, wurde ein Kruzifix auf der Begräbnisstätte errichtet. Der Volksmund gab dem selben den Namen das „Schwarze Kritze“, um dadurch zu bekunden, daß hier an der Pest oder dem „Schwarzen Tod“ Gestorbenen beigesetzt seien.“

Bemerkung: Hier wird von zwei Friedhöfen berichtet. Den neuen Friedhof gab es damals noch nicht, sondern die Gräber waren meist an den Kirchhöfen zu finden. Dingelstädt war zu dieser Zeit ein Marktflecken mit viel weniger Einwohnern.

© Thomas Schuster Heiligenstadt

Quelle: Karl Wüstefeld „Obereichsfeldischer Sagenschatz” - Bild: Blick auf das Grabkreuz des Josef Gregor Strecker auf dem Alten Friedhof 2022 © Thomas Schuster Heiligenstadt


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