Die Stiftsschule auf dem Berg

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Die Stiftsschule auf dem Berg

Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · 10 Mai 2022
Tags: StiftMartinskircheBerg
Die älteste Schule des Eichsfeldes ist die zum Martinsstift gehörige Schule. Sie befand sich an der Südseite der Kirche neben dem alten Kreuzgang. Auf dem Flukschen Stadtplan von 1646 ist sie nicht zu sehen oder bereits abgerissen. Zu diesem Zeitpunkt unterrichteten bereits die Jesuiten in ihrer Schule. Über die Stiftsschule wurde geschrieben:

„Eine der nützlichsten Anstalten für selbige Zeiten, war die bey jedem Stifte angelegte Schule, welcher einer von den Stiftsgeistlichen, unter dem Namen Scholaster vorstand. Diese besuchten nicht nur diejenigen Jünglinge, die im Münster wohnten, einstens in das Kapitel einrücken sollten, und als Domicellaren bekannt sind, sondern auch Auswärtige, die sich dem geistlichen Stande der Seelsorge widmen, und das Nöthige von der lateinischen Sprache, der Bibel, dem Kirchengesange und den Ceremonien lernen wollten.“

Weiter schreibt Wolf:

„Mit dem Martinsstifte kam gegen das Ende des 10. Jahrhunderts eine Schule nach Heiligenstadt, die erste und lang die einzige in hiesigerer Gegend. Den Bürgern bot sie die schönste Gelegenheit dar, ihre Söhne mit geringen Kosten dem Studieren zu widmen, von welchen viele auch außerhalb des Eichsfeldes ansehnliche Stellen erhalten haben.

Unter anderem will ich nur nennen M. Rynher von Heiligenstadt, 1304 Protonotarius beim Landgraf Heinrich von Hessen, M. Johann von Heiligenstadt, Schulrektor zu Mühlhausen 1322, Werner von Heiligenstadt, Kaplan bei der Landgräfin Elisabeth von Thüringen 1325 (1225?), Heinrich Lupi, Licentiat in den Dekreten, Kanonikus zu Fritzlar, Johann Lupi, Stadtschultheiß zu Erfurt, M. Günther Haupt, 1501 Dechant in der philosophischen Fakultät zu Erfurt, Johann Sperber, 1511 Rektor der hohen Schule zu Leipzig, Hugold Strecker, Lehrer der Philosophie auch Rektor zu Erfurt 1545 und 1558, und Magister Henricus Listemann, ebenfalls Lehrer und Rektor daselbst 1594 und 1595.

Bald nachher wurde die Stiftsschule nur eine Trivialschule (Latein- und Elementarschule, auch Bürgerschule), wenn es nicht zuvor schon eine war, da die Jesuiten 1575 zu lehren anfingen.“

© Thomas Schuster Heiligenstadt

Quelle: Eigene Aufzeichnungen, Johann Wolf: „Geschichte und Beschreibung der Stadt Heiligenstadt“ – 1800 – Bild: Südseite der Stiftskirche 2021 © Thomas Schuster Heiligenstadt



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