Die Scheideburg
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Freitag 25 Sep 2026 · 2 Minuten
Tags: Scheideburg, Glasehausen
Tags: Scheideburg, Glasehausen
An der Grenze zwischen dem Eichsfeld (Glasehausen) und Niedersachsen (Weißenborn) befand sich eine vorgeschichtliche Wallanlage, die „Scheideburg“. Die Wallburg ist archäologisch nicht gesichert nachgewiesen.
Der Name leitet sich vermutlich direkt von ihrer Funktion oder Flurlage als „Scheide“ - Grenze oder Wasserscheide - ab. Levin von Wintzingeroda-Knorr führt die Scheideburg in seinem Standardwerk „Die Wüstungen des Eichsfeldes“ auf:
„ … Der Bearbeiter (Freiherr von Wintzingeroda-Knorr) hält den Queckhagen (Wüstung bei Günterode) für eine der vielen Landwehren zwischen den Thüringern und Sachsen, welche sich an die im „Riesbache“ endigende „Heiligenstädter Landwehr“ bei dem Queckhagener, jetzt Günteroder Hegeholz anschliessend, Günterode östlich lassend, nach Norden zu bis zur Provinzialgrenze lief und an dieser „die Struth“ im Gemeindebezirke Weissenborn, Kr. Göttingen, erreichte.
Etwa 1200 Schritte nordwestlich dieser Grenze und 500 Schritte südöstlich des Dorfes Weissenborn, Kr. Göttingen, liegen die Reste einer ausgedehnten vorgeschichtlichen Wallburg, der „Scheideburg“, welche einst vor 1100 bis 1400 Jahren den Sachsen als Stützpunkt für ihre Angriffe gegen die Thüringer gedient haben mag. …“
In der Burgenforschung gilt die Scheideburg als nicht sicher belegtes Bodendenkmal. Es fehlen eindeutige Befundsicherungen oder Ausgrabungsergebnisse, weshalb unklar ist, ob es sich um eine frühe Fluchtburg oder lediglich um eine natürliche Formation bzw. spätere Landwehranlage handelte.
Im Frühmittelalter bildete der Höhenrücken in diesem Bereich die Nahtstelle zwischen der Mark Duderstadt im Norden sowie dem Eichsfeld im Süden. Flurnamen in der unmittelbaren Umgebung – wie die benachbarte Zinkspitze (früher Zankspitze) oder die Haderschere – deuten auf alte Grenz- und Territorialstreitigkeiten („Zank“ / „Hader“) im Gartetal-Gebiet hin.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen, Wintzingeroda-Knorr: „Wüstungen des Eichsfeldes“ – Bild: Weißenborn mit Skizze aus Wüstungen © Thomas Schuster Heiligenstadt