Die Kapelle St. Mater Dolorosa
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Montag 13 Jul 2026 · 2 Minuten
Tags: Krankenhaus
Tags: Krankenhaus
Im St. Vincenz Krankenhaus im Kath. Eichsfeld Klinikum gGmbH, befindet sich eine schöne Kapelle. Der Zugang erfolgt von außen oder von der Station 1.
Die Kapelle wurde 1912 auf dem Gelände des seit 1845 bestehenden Krankenhauses errichtet. Sie ersetzte einen kleineren Vorgängerbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der an anderer Stelle abgebrochen worden war. Der romanisierende, dreiachsige Saalbau zeichnet sich außen durch Lisenen (Mauerblenden), flache Strebepfeiler, einen Klammerfries am Langhausgiebel und hohe, dreibahnige Rundbogenfenster aus. An das Kirchenschiff schließt sich ein schmaler, eingezogener Polygonalchor mit Nebenanbauten aus; der Glockenturm mit markanter doppelter Laterne steht leicht abseits. Im Inneren ist der Saal von einem tonnengewölbten und durch Gurtbögen gegliederten Raum geprägt, während den Altarraum ein Kreuzgratgewölbe überspannt.
Über dem Chorbogen befinden sich ein Fresko (um 1912) und ein Flachrelief der Heiligsten Trinität sowie der hl. Barbara und Margareta – Fragmente einer ursprünglich figurenreichen Darstellung der Vierzehn Nothelfer. Die Pietà ist eine Holzplastik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der Kreuzweg eine Schnitzarbeit aus Oberammergau (1933).
Die Marienstatue ist eine Kopie nach einem Original des 15. Jahrhunderts (Ende 20. Jh.). Das Schönste in der Kapelle sind die Bleiglasfenster (1912), sie stammen aus der renommierten Werkstatt Schneiders & Schmolz (Köln) mit gotisierenden Szenen aus der Kindheitsgeschichte Jesu.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen und „Kirchen des Eichsfeldes“ – Bild: 2026 © Thomas Schuster Heiligenstadt