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Die Herbstgleiche
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Zeitgeschehen · Mittwoch 23 Sep 2026 · Lesezeit 3 Minuten
Tags: Herbstgleiche
Die Herbstgleiche markiert den astronomischen Herbstanfang auf der Nordhalbkugel. In diesem Jahr findet das Ereignis am 23. September 2026 exakt um 02:05 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit statt. Zu diesem Zeitpunkt überquert die Sonne den Himmelsäquator in südlicher Richtung.

An diesem Tag steht die Sonne senkrecht über dem Erdäquator. Dadurch sind Tag und Nacht überall auf der Erde theoretisch genau gleich lang – nämlich jeweils 12 Stunden. In der Praxis sorgt die Lichtbrechung der Erdatmosphäre (Refraktion) dafür, dass wir die Sonne etwas früher sehen und sie später untergeht. Die tatsächliche Gleichheit von Tag und Nacht, das sogenannte Exequium, wird in Mitteleuropa erst rund zwei Tage später, um den 25. September, erreicht. Nach der Herbstgleiche wandert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn weiter nach Süden. Für uns auf der Nordhalbkugel bedeutet das, dass die Tage nun unaufhaltsam kürzer und die Nächte länger werden, bis zur Wintersonnenwende im Dezember. Auf der Südhalbkugel beginnt zeitgleich der astronomische Frühling.

Im modernen Keltischen Jahreskreis und in vielen alten Traditionen wird das Fest als Mabon gefeiert – eine Zeit des Dankes für die eingebrachte Ernte und des Innehaltens, um die innere Balance vor der dunklen Jahreszeit zu finden. Daraus entstand unser heutiges Erntedankfest.

Die ursprünglichen Kelten feierten vor allem vier große jahreszeitliche Wendepunkte (die sogenannten Cross-Quarter Days): Samhain (Frühlingsanfang/Neujahr), Imbolc, Beltane und Lughnasadh. Diese orientierten sich an der Viehzucht und den Übergängen der dunklen und hellen Jahreshälfte.

Mabon ist der moderne neopagane Name für das Jahreskreisfest zur Herbst-Tagundnachtgleiche. Es markiert den astronomischen Beginn des Herbstes und dient als zweites großes Erntefest des Jahres.

Die Bezeichnung geht auf eine Figur aus der walisischen Mythologie zurück (Mabon ap Modron, den „Großen Sohn“ der Erdmutter). Der Name wurde im Zuge der modernen Hexen- und Wicca-Bewegung in den 1970er-Jahren eingeführt, um dem Äquinoktium im Jahresrad einen festen, bildhaften Namen zu geben.

Es ist die Zeit, in der die letzten Feldfrüchte, Äpfel, Kürbisse und das Getreide eingebracht werden. Man dankt der Natur für ihre Fülle und bereitet sich innerlich auf den Rückzug im Winter vor. Viele schmücken ihr Zuhause mit herbstlichen Gaben wie Kastanien, bunten Blättern, Maiskolben und Kürbissen. Es werden Kerzen in warmen Herbstfarben entzündet, um das schwindende Sonnenlicht zu ehren und zu wärmen.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Wartburg © Thomas Schuster Heiligenstadt



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