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Die fahrbaren zahnmedizinischen Ambulanzen
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Samstag 06 Jun 2026 · Lesezeit 3 Minuten
Tags: Zahnmedizin
In der DDR wurden fahrbare zahnmedizinische Ambulanzen vor allem zur flächendeckenden Versorgung von Arbeitern in Großbetrieben, auf Großbaustellen sowie für die ländliche Bevölkerung eingesetzt. Diese rollenden Praxen wurden vom Deutschen Roten Kreuz der DDR (DRK) betrieben.
Dabei wurden Lkw und Anhänger ab den 1950er Jahren umgebaut. Diese waren mit zahnärztlichen Stühlen, Behandlungsbesteck, Sterilisatoren und oft sogar mit eigenen Röntgeneinrichtungen ausgestattet. Solche fahrbaren Zahnstationen gab es auch noch vor der Wende 1989. In Siemerode müsste öfters ein moderner Wagen gestanden haben.

Maria Kramann berichtet 1964:

„… Die Fahrbare Zahnmedizinische Ambulanz wurde mit Vorschlägen des Kreisjugendzahnarztes Huschenbeth in Erfurt konstruiert; sie hat unserem Staat 35.000 MDN gekostet.
Der Ambulanzwagen ist nach modernsten zahnmedizinischen und hygienischen Erkenntnissen gestaltet; er verfügt über zwei Räume, einen fünf Meter langen Behandlungsraum sowie über einen drei Meter langen Warteraum, der Platz für zehn Patienten bietet. In dem Wagen, der mit einem Behandlungsstuhl, mit den modernsten Behandlungsgeräten und mit einem Röntgen-Gerät ausgestattet ist, können alle zahnärztlichen Arbeiten ausgeführt werden. Die Infrarotheizung wird auch im strengsten Winter die Räume für die Patienten angenehm machen. Der Wasserbedarf ist durch zwei Wasserbehälter mit je hundert Liter Fassungsvermögen, die heizbar sind, gesichert.

Die neue zahnmedizinische Ambulanz hat eine große Bedeutung in der gesundheitlichen Betreuung der Werktätigen und der Jugendlichen des Kreises Heiligenstadt. Auch für die Sozialversicherung entsteht ein ökonomischer Nutzen; denn lange Wartezeiten und erhebliche Fahrtkosten werden vermieden; viele Arbeits- und Unterrichtsstunden gehen nicht mehr verloren und die zahnärztliche Sanierung kann planmäßiger erfolgen als bisher.
Mit dieser fahrbaren Ambulanz hat der Kreisjugendarzt vor allem die Zentralschulorte aufgesucht und hier die Kinder betreut. Erstmalig wurde sie am 2. November 1963 in Gerbershausen eingesetzt, wo sie bis zum Jahresende verblieb. 1964 wurde die Betreuung der Kinder des Südeichsfeldes hauptsächlich von der Fachärztin für Kinderzahnheilkunde, Frau Lendeckel, vorgenommen.

Im Bezirk Erfurt verfügt nur noch ein Kreis über eine derartige Einrichtung. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse im März 1964 war Zahnarzt Huschenbeth mit seiner fahrbaren Ambulanz mit Erfolg vertreten. Sie hat großen Anklang gefunden, nicht nur in unserer Republik, sondern auch im Ausland. Für die Versorgung der Bevölkerung stehen zwei Zahnärzte und zwei Zahntechniker in der Poliklinik Heiligenstadt, ein Jugendzahnarzt und elf Zahnärzte in eigener Praxis zur Verfügung. …“

Quelle: Maria Kramann: „Die Entwicklung des Gesundheitswesens auf dem Eichsfeld“ - Bild: Fahrbare Zahnmedizinische Ambulanz der Jugend-Zahnstation in Heiligenstadt 1964 (bearbeitet)



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