Direkt zum Seiteninhalt
Menü überspringen
© www.schuster-heiligenstadt.de
Menü überspringen
Menü überspringen
Die „Metallspende“ nach 1940
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Dienstag 24 Feb 2026 · Lesezeit 1:30
Tags: EinschmelzungMetalle
Der Metallraub im Zweiten Weltkrieg, oft beschönigend als „Metallspende des deutschen Volkes“ bezeichnet, war eine organisierte Beschlagnahmung von Metallgegenständen durch das NS-Regime, um den immensen Rohstoffbedarf für die Rüstungsindustrie zu decken. Durch den Krieg und die Blockade der Handelswege fehlten wichtige Rohstoffe wie Kupfer, Zinn, Messing und Bronze, die für die Herstellung von Munition und Waffen benötigt wurden.

Am 27. März 1940 rief Hermann Göring zur „Spende“ auf. Die Aktion zielte darauf ab, alles zu beschlagnahmen, was nicht niet- und nagelfest war, einschließlich Eisen, Zinn, Kupfer und Messing.

Im Mittelpunkt stand der Abtransport von geschätzten 100.000 bis über 175.000 Kirchenglocken. Diese wurden zur Einschmelzung in sogenannte „Glockenfriedhöfe“, vor allem in Hamburg, gebracht. Viele wertvolle, historische Glocken gingen so für immer verloren. Die Bevölkerung war aufgefordert, Töpfe, Pfannen, Kessel, Gartenwerkzeuge, Kupferkessel, Zinngegenstände und Messingbeschläge abzugeben. Obwohl offiziell als „Spende“ tituliert, war die Abgabe oft verpflichtend und wurde kontrolliert. Private Bereicherung durch das gesammelte Metall wurde drakonisch bestraft.

Das geraubte Metall wurde primär zur Herstellung von Waffenteilen, Granathülsen und anderen Rüstungsgütern verwendet. Auch Bronzestatuen, Denkmäler, Zäune und andere Metallgegenstände aus dem öffentlichen Raum wurden demontiert und eingeschmolzen.

In Heiligenstadt waren neben einige Kirchenglocken auch bedeutende Denkmäler wie von Lorenz Kellner in der Lindenallee und die Bronzefigur auf dem Hof des Gymnasiums in der Bahnhofstraße betroffen.
Auf dem Bild seht ihr die „Glockenspende“ aus Westhausen.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Privat © Thomas Schuster Heiligenstadt


Zurück zum Seiteninhalt