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Der Kulturkampf im Eichsfeld
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Montag 21 Sep 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Tags: 1873, Maigesetze
Nach dem Krieg von 1870/71 begann im Deutschen Reich der sogenannte Kulturkampf – ein Machtkampf zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche.

Preußen erließ 1873 die sogenannten Maigesetze, die die Rechte der Kirche stark einschränkten. Alle katholischen Orden wurden verboten – ausgenommen war nur die Krankenpflege. Papst Pius IX. erklärte diese Gesetze 1875 für ungültig. Priester durften ihr Amt nur noch ausüben, wenn sie per Unterschrift versprachen, die Staatsgesetze einzuhalten. Wer sich weigerte, verlor sein Gehalt. Starb ein Pfarrer, blieb seine Stelle unbesetzt – symbolisiert durch das Löschen des „Ewigen Lichts“ in der Kirche.

Bischof Konrad Martin und viele Priester wurden zu Haftstrafen verurteilt, weil sie sich den Gesetzen widersetzten. Als man den Geistlichen Dr. Conrad Zehrt aus Heiligenstadt an seinen früheren Staatseid erinnerte, konterte dieser: Seine Zusage habe damals noch nicht für die neuen Maigesetze gegolten.

Die katholischen Priester hielten treu zur Kirche und verzichteten lieber auf ihr Gehalt. Eine seltene Ausnahme war Pfarrer Schaffelt aus Hohengandern: Er unterschrieb als einziger Priester im Eichsfeld die Maigesetze. Daraufhin entzog ihm die Kirche das Recht zu predigen. Die Gemeinde boykottierte ihn – am Ende kam kaum noch jemand zu seinen Gottesdiensten.

Für die Rechte der Katholiken kämpfte die Zentrumspartei. In dieser Zeit erhielt die Region wegen ihrer papsttreuen Haltung den Spitznamen „das ultramontane (papsttreue) Eichsfeld“.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen - Bild: Kirche in Hohengandern um 1900



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