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Der Cranachaltar in der Weimarer Herderkirche
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Thüringen · Dienstag 25 Aug 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Tags: WeimarCranachaltar
Der Cranach-Altar in der Stadtkirche St. Peter und Paul (besser bekannt als Herderkirche in Weimar) gilt als Hauptwerk der sächsisch-thüringischen Kunst des 16. Jahrhunderts und ist eines der bedeutendsten Bildzeugnisse der Reformation.
Das monumentale dreiflügelige Altarbild wurde 1552 von Lucas Cranach dem Älteren begonnen. Da dieser jedoch 1553 in Weimar verstarb, wurde das monumentale Werk von seinem Sohn, Lucas Cranach dem Jüngeren, im Jahr 1555 vollendet. Es diente ursprünglich als Epitaph (Grabmal) für den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich den Großmütigen und seine Gemahlin Sybille.

Der Flügelaltar setzt die Kernideen der lutherischen Rechtfertigungslehre ("Allein durch den Glauben, allein durch die Gnade") radikal und anschaulich in Szene. Das Mittelbild zeigt die Kreuzigung Christi. Zu Jesu Füßen wird der Sieg über Tod und Teufel dargestellt. Im Hintergrund symbolisiert die Vertreibung aus dem Paradies das Alte Testament, während die eherne Schlange und die Verkündigung an die Hirten auf die Erlösung verweisen.
Rechts stehen drei zentrale Figuren nebeneinander: Johannes der Täufer, Lucas Cranach der Ältere, der sich selbst verewigt hat. Ein Blutstrahl aus der Seitenwunde Christi trifft ihn direkt auf den Kopf. Dies symbolisiert die protestantische Kernerkenntnis, dass jeder gläubige Mensch ganz persönlich und direkt (ohne Vermittlung durch Heilige oder Papst) durch das Opfer Christi erlöst wird.
Martin Luther steht mit aufgeschlagener Bibel daneben und zeigt auf die Schriftpassagen zur Gnade Gottes.
Auf den Innenseiten der Flügel sind die fürstlichen Stifter – Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige und seine Familie – in tiefer Andacht kniend dargestellt.

Auf der linken Seite ist Johann Friedrich I. von Sachsen und seine Frau Sibylle von Jülich-Kleve-Berg abgebildet. Es ist der bekannte Hanfried auf dem Jenaer Marktplatz. Auf der rechten Seite sind seine Kinder Johann Friedrich II. der Mittlere (1529–1595), Herzog zu Sachsen, Johann Wilhelm I. (1530–1573), Herzog von Sachsen-Weimar und Johann Friedrich III. der Jüngere (1538–1565), Herzog zu Sachsen abgebildet. Der vierte Sohn starb bereits nach seiner Geburt 1535.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: 2026 © Thomas Schuster Heiligenstadt


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