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Das Ewige Gebet
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Sonntag 27 Sep 2026 · Lesezeit 3 Minuten
Tags: Breitenworbis
Das Ewige Gebet (Laus perennis) ist eine katholische Frömmigkeitsform, bei der das eucharistische Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten - der Hostie in der Monstranz - ohne Unterbrechung aufrechterhalten wird. Ziel ist es, dass das Lob Gottes und die Fürbitte für die Kirche und die Welt zu keiner Stunde des Tages oder Jahres verstummen.

Die heutige eucharistische Prägung entstand im 16. und 17. Jahrhundert. Da eine einzelne Pfarrgemeinde die Anbetung meist nicht rund um die Uhr aufrechterhalten konnte, führten viele Bistümer (besonders im 18. und 19. Jahrhundert) einen ewigen Gebetskalender ein. Dabei wechselt der Anbetungstag von Tag zu Tag von einer Pfarrei zur nächsten.
Der Tag beginnt meist mit einer Heiligen Messe, an deren Ende die Monstranz auf den Altar gestellt wird. Über den Tag verteilt lösen sich verschiedene Gruppen der Gemeinde ab.

Über das ewige Gebet schreibt Philipp Knieb in seiner Chronik von Breitenworbis:

„… ist das ewige Gebet, welches durch den Erzbischof Lothar Franz 1722 eingeführt wurde. Die zu Mainz gedruckte und hier noch vorhandene Stundenvertheilung wies Breitenworbis die Zeit von 4 Uhr Nachmittag des 1. December bis 4 Uhr Nachmittag des 2. December zu. Wie die Frömmigkeit des Volkes durch diese Andacht gehoben wurde, zeigt der Umstand, daß bei dieser Gelegenheit bald so viele Leute die hl. Sakramente empfingen, daß der Pfarrer schon seit 1729 sich genöthigt sah, auswärtige Beichtväter zur Aushülfe herbeizuziehen, wofür ihm die Kirchenkasse eine kleine Entschädigung zahlte.
Als die Erzdiöcese Mainz bei der Säkularisation zerstückelt wurde (1802), hörte das ewige Gebet in einigen Theilen auf, in anderen wurde es an ein und demselben Tage abgehalten, dem Eichsfelde gebührt der Ruhm, es der alten Ordnung beibehalten zu haben, und als Bischof Conrad Martin, der als Sohn des Eichsfeldes den Nutzen des ewigen Gebetes mit eigenen Augen gesehen hatte, es am 30. Oct. 1857 für die ganze Diöcese Paderborn einführte, da wurde pietätsvoll das Eichsfeld bei seiner alten Ordnung möglichst belassen.

Um den Wünschen einzelner Gemeinden Rechnung zu tragen, wurden in der Conferenz der Dechante 24. Sept. 1861 einige Aenderungen vorgeschlagen und vom Bischof am 20. Aug.1862 genehmigt, demnach behielt Breitenworbis dieselben Tage, nur wurde Anfang und Schluß auf 6 Uhr Morgens verlegt. Die Pfarreien mehrten sich, und um auch den neuen Pfarreien das ewige Gebet zu gewähren, erfolgte durch den jetzigen Bischof Hubertus eine neue Eintheilung welche mit dem 1. Januar 1894 ins Leben trat. Auf Wunsch des Verfassers wurde Breitenworbis wieder möglichst bei seinem Tage belassen, der Anfang wurde auf den 30. Nov. 7 Uhr Morgens, der Schluß auf den 1. Dec. 7 Uhr Morgens verlegt.“

Quelle: Philipp Knieb „Eichsfelder Dorfchroniken“ – Bild: Kirche St. Vitus in Breitenworbis © Thomas Schuster Heiligenstadt



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