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Das Ende von Kurmainz und die preußische Herrschaft (1/3)
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Montag 22 Sep 2025 · Lesezeit 2:00
Tags: EndeMainzerHerrschaft
Zu Beginn des Jahres 1801 stand der Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Friedrich Karl Joseph von Erthal, noch an der Spitze des Landes. Die Auswirkungen der Französischen Revolution führten jedoch rasch zu grundlegenden Veränderungen in den rheinischen Kurfürstentümern. Aufgrund mehrfacher Eroberungen von Mainz durch französische Truppen war der Kurfürst gezwungen, seine Residenzstadt wiederholt zu verlassen; so wich er in den Jahren 1792 und 1796 nach Heiligenstadt sowie im Jahr 1800 nach Erfurt aus. Der Friedensschluss von Lunéville am 9. Februar 1801 zwischen Frankreich und Deutschland hatte weitreichende Konsequenzen: Die drei geistlichen Kurfürstentümer Mainz, Köln und Trier wurden aufgelöst und das linke Rheinufer fiel an Frankreich.

Friedrich Karl Joseph von Erthal verstarb am 25. Juli 1802 um 17:30 Uhr in Aschaffenburg. Als Nachfolger war der Koadjutor Karl Theodor Anton Maria von Dalberg vorgesehen, der sein Amt jedoch nicht mehr antreten konnte. Bereits am 6. Juni 1802 übernahm König Friedrich Wilhelm III. von Preußen auf Grundlage seines Anspruchs die Herrschaft über das Eichsfeld sowie die Reichsstädte Nordhausen und Mühlhausen.

Anfang August 1802 traf die königlich-preußische Kommission in Heiligenstadt ein und übernahm ab dem 6. August die Regierungsgeschäfte. Die "Königlich-Preußische Kriegs- und Domänenkammer" richtete ihren Hauptsitz im Schloss von Heiligenstadt ein. Das preußische Recht wurde am 24. März 1803 eingeführt und trat mit Wirkung zum 1. Januar 1804 in Kraft. Am 25. Februar erfolgte die Umsetzung des Reichsdeputationshauptschlusses, welcher unter anderem die Säkularisation der Klöster und Stifter regelte.

Als erstes wurde das Zisterzienserkloster Reifenstein am 20. Januar 1803 aufgehoben, gefolgt vom Kloster Gerode am 6. Februar 1803 und schließlich dem Chorherrenstift in Heiligenstadt am 9. September 1803. Das Franziskanerkloster in Worbis blieb, wie alle Bettelorden, von der Aufhebung verschont, da es kein Dotationsvermögen besaß.

Die Auflösung der Frauenklöster erfolgte erst in den folgenden Jahren. Die preußische Herrschaft über das Eichsfeld währte jedoch nur kurz. Nach dem Sieg Napoleons über die preußische Armee im Oktober 1806 bei Jena und Auerstädt veränderte sich die politische Situation in der Region erneut grundlegend.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Schloss vor 1900 in Heiligenstadt © Thomas Schuster Heiligenstadt


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