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Das Ende von Kurmainz und die preußische Herrschaft (2/3)
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Dienstag 23 Sep 2025 · Lesezeit 1:45
Tags: 1802PreußischeHerrschaft
Unter der Herrschaft Kaiser Napoleons gingen verschiedene preußische Festungen und Gebiete, darunter das Eichsfeld, in französischen Besitz über. Am 29. Oktober 1806 informierte der Präsident der nun als französisch geltenden Kriegs- und Domänenkammer die Bevölkerung darüber, dass die Provinzen Erfurt und Eichsfeld sowie die Grafschaft Hohnstein dem Gouvernement des französischen Generals Clarke unterstellt wurden.

Mit der Gründung des Königreichs Westfalen im Jahr 1807, das von Napoleons Bruder Jérôme regiert wurde, wurde das Fürstentum Eichsfeld diesem neuen Staat zugeordnet. Das Eichsfeld war Teil des Harzdepartements mit Heiligenstadt als Sitz des Präfekten. Die Verwaltung des Departements gliederte sich in vier Distrikte: Heiligenstadt, Duderstadt, Nordhausen und Osterode; Mühlhausen zählte zum Distrikt Heiligenstadt. Innerhalb der Distrikte erfolgte eine weitere Unterteilung in Kantone. Am 27. Januar 1808 trat der sogenannte „Code Napoléon“, ein Gesetzbuch aus der Zeit der Französischen Revolution, in Kraft.

Durch ein Dekret vom 4. Juni 1810 wurden die Frauenklöster Anrode, Beuren und Teistungenburg im Eichsfeld aufgehoben. Nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1813 änderte sich die politische Situation erneut. Am 4. November leisteten die Geistlichen wieder den Treueeid auf den König von Preußen. Das Eichsfeld wurde daraufhin dem Oberpräsidenten in Magdeburg unterstellt und der königlichen Regierung in Erfurt zugeordnet. Am 18. März 1816 erfolgte die Auflösung der Landesdirektion. Im Zuge der neuen Verwaltungsorganisation entstanden unter anderem die Kreise Heiligenstadt, Worbis und Mühlhausen im Obereichsfeld.

Ein bedeutendes Ereignis dieser Epoche stellt der Aufenthalt der Königin Luise von Preußen am 14. Oktober 1806 in Heiligenstadt dar. Während ihrer Flucht vor Napoleon übernachtete sie dort bei einem Kammersekretär und setzte am folgenden Tag ihre Reise nach Berlin fort. Zur Erinnerung an diesen Aufenthalt wurde der Luisenblick, ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Stadt, benannt.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Luisenblick in Heiligenstadt Postkarte aus dem Fundus Franz Bader © Thomas Schuster Heiligenstadt


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