Barbaratag
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Zeitgeschehen · Donnerstag 04 Dez 2025 · 2:15
Tags: Etzelsbach, Heilige
Tags: Etzelsbach, Heilige
Barbara von Nikomedien ist seit dem 12. Jahrhundert eine bekannte christliche Heilige. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember, auch Barbaratag genannt. Laut der Überlieferung war sie im 3. Jahrhundert eine christliche Jungfrau und Märtyrerin. Ihr Vater Dioscuros soll sie enthauptet haben, weil sie sich entschied, ihren Glauben sowie ihre Hingabe an Gott nicht aufzugeben. Die Ereignisse werden meist in Nikomedia (Türkei) unter der Herrschaft von Kaiser Maximian verortet; auch Heliopolis (Baalbek) im Libanon, die Toskana und Rom beanspruchten den Ort ihres Martyriums für sich. Im frühen Christentum lässt sich keine Verehrung Barbaras nachweisen, doch im Spätmittelalter wurde der Kult um Barbara besonders in Frankreich sehr beliebt.
Am Barbaratag schneidet man traditionell Obst- oder Birkenzweige ab, damit sie bis Weihnachten blühen. Laut Legende brach Barbara auf dem Weg ins Gefängnis einen Zweig ab, der an ihrem Todestag aufblühte.
Die Sage weiß zu berichten:
„Barbara war eine sehr schöne und kluge junge Frau. Ihr Vater Dioscuros versuchte, sie von der Außenwelt abzuschirmen und sperrte sie in einen dafür gebauten Turm. Viele junge Männer aus Nikomedia hielten um ihre Hand an. Barbara jedoch wies die Verehrer zurück. In Abwesenheit ihres Vaters nahm Barbara den christlichen Glauben an und entschied sich, als Eremitin in einem Badehaus zu wohnen, das ihr Vater erbaut hatte. Dort ließ sie ein drittes Fenster hinzufügen – als Symbol der Dreifaltigkeit. Als ihr Vater von ihrer Bekehrung zum Christentum erfuhr, versuchte er in rasender Wut, seine Tochter zu töten. Auf der Flucht öffnete sich vor Barbara ein Felsen. Ein Hirte verriet sie. Dann wurde sie gefangen genommen und vor einen Richter gebracht, der das Todesurteil aussprach und sie foltern ließ. Dioscuros selbst enthauptete seine Tochter und wurde vom Blitz erschlagen.“
Die Anrufung der Heiligen Barbara in Situationen mit plötzlicher Todesgefahr, zunächst durch Blitzschlag und später auch im Bergbau sowie im militärischen Kontext, lässt sich auf diese Verbindung zurückführen. Sie ist Schutzpatronin der Bergleute und der Artillerie sowie der Festungsbauten und Türme. Sie gilt als Schutzheilige der Architekten und aller Arten von Bauarbeitern wie Maurer, Zimmerer, Dachdecker und Elektriker sowie der Glöckner, Türmer und Glockengießer.
Die heilige Barbara zählt zu den Vierzehn Nothelfern, und ihr Verhalten im Angesicht von Verfolgung und Tod gilt als Symbol der Wehr- und Standhaftigkeit im Glauben. Die wichtigsten Attribute der Heiligen sind Turm und Kelch und die Folterinstrumente: Hammer, Fackel und Schwert. Weitere Attribute der Heiligen sind Bergmannswerkzeuge und Kanonenrohre.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Fenster-Medaillon in der Kapelle Etzelsbach bei Steinbach © Thomas Schuster Heiligenstadt