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Aus dem Archiv: Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Thüringen · Samstag 01 Jun 2024
Tags: Kindertag
"Am 1. Juni 1950 wird in der ganzen Welt auf Anregung der Internationalen Demokratischen Frauen-Föderation zum ersten Male der Internationale Kindertag gefeiert werden. In allen Ländern der Welt bereiten die Erwachsenen, insbesondere die Eltern und Erzieher, für ihre Kinder einen Festtag vor unter der Losung: „Für Frieden und Demokratie, für eine glückliche Zukunft aller Kinder!“

Der 1. Internationale Kindertag ist bei uns in Deutschland eng mit dem Deutschlandtreffen der Jugend zu Pfingsten in Berlin verbunden. 500 000 Jugendliche aus ganz Deutschland vereinigen sich zu der gewaltigsten Demonstration für Einheit und Frieden, die es jemals in der deutschen Geschichte gegeben hat. Und 20.000 Pioniere erleben diese historisch bedeutsamen Tage in der Pionierrepublik Wuhlheide bei Berlin.

Unsere Jugend und unsere Kinder werden zum 1. Juni aus Berlin zurückkehren. Wir wollen ihnen unter Führung des Demokratischen Frauenbundes zeigen, daß der Internationale Kindertag in jedem Dorf, in jeder Stadt, in jeder Schule, in jedem Kinderheim und Kindergarten das fortsetzt, was in Berlin in so eindrucksvoller Weise eingeleitet wird: Die Sicherung des Friedens und des Glückes für unsere Kinder.

Ein Festtag soll der 1. Juni werden! Der Jubel unserer Kinder soll von den gedeckten Tischen, von den Spiel- und Sportplätzen, von den festlichen Umzügen unser Land erfüllen und uns Erwachsene verpflichten, alle Kräfte einzusetzen, um unseren Kindern ihr Lebensglück und ihre Lebensfreude für immer zu erhalten. Und wenn unsere Kinder am 1. Juni zu einer kurzen Feierstunde sich in unseren Schulen einfinden, dann sollen freundliche Farben und Bilder von den Wänden der Korridore und Klassenraume ihnen entgegenleuchten.

Eltern und Lehrer! Es gibt in Thüringen noch sehr viele Schulen, die außen und innen grau und öde sind. Wie sollen unsere Kinder sich in solchen Schulen wohlfühlen? Wie sollen sie in solchen Schulräumen Freude am Lernen empfinden?

Auch der bescheidenste und unscheinbarste Schulbau - nicht alle lassen sich sofort durch schöne Neubauten ersetzen - kann zum Schmuckstuck des Dorfes oder eines Stadtteiles werden, wenn Eltern, Lehrer und Schüler sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenfinden.

Es gibt schon viele Beispiele, wo in wenigen Wochen öde Schulräume in wahre Schmuckkästchen verwandelt worden sind. Einige schone Plakate und Parolen an den Wanden der Korridore, bunte Farben, einige schöne Bilder, Blumentöpfe auf den Fensterbrettern oder auf einem besonderen Blumentisch in den Klassenräumen geben der Schule ein neues Gesicht, und Farben, Bilder und Blumen spiegeln sich wider auf den glücklichen Gesichtern unserer Kinder.

Eltern und Lehrer! Richtet zusammen mit den Jungen Pionieren zum 1. Juni Pionierzimmer in den Schulen ein. Schafft einen schönen Gemeinschaftsraum in der Schule oder in ihrer unmittelbaren Nähe für das gemeinschaftliche Essen der warmen Schulmahlzeit! Beschafft zusätzliche Lebensmittel, damit die Mahlzeiten abwechslungsreich und schmackhaft werden und dadurch den Kindern begehrenswert erscheinen.

Es geht um die Verbesserung der Gesundheit und der Leistungen unserer Kinder in den Schulen!
Der 1. Juni erinnert uns alle an unsere Pflichten! Wenn wir unseren Kindern ein schönes, frohes Leben und am 1. Juni einen herrlichen Festtag bereiten, erziehen wir sie zu Kämpfern für Frieden und Demokratie und für ihre und unsere glückliche Zukunft!"

Dr. Marie Torhorst, Thüringer Ministerin für Volksbildung



Quelle: Mitteilungsblatt des Ministeriums für Volksbildung / Land Thüringen 01.06.1950 – Bild: Kindertag an der Hochschule Ilmenau 1989



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