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Aus dem Archiv: Mittelalterlicher Bodenfund in Rengelrode
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Freitag 09 Jan 2026 · Lesezeit 1:30
Tags: RengelrodeBodenfunde
„Beim Aushub für ein Grab auf dem jetzigen Friedhof der Gemeinde, der erst vor etwa 30 Jahren angelegt wurde, stieß man in etwa 1,20 m Tiefe auf diverse Tonscherben und ein stark verrostetes Eisenstück. Dank der Umsicht des Bürgers Franz Witzel wurden die stark verschmutzten 60 Teilstücke sorgsam gesammelt und dem Bereich Bodendenkmalpflege des Museums für Ur- und Frühgeschichte Weimar zur Begutachtung übergeben. Wie jetzt in einem schriftlichen Bericht des Dipl.- Prähistorikers W. Timpel mitgeteilt wurde, handelt es sich dabei um die für das Eichsfeld typische Keramik des 14. Jahrhunderts. Unter den Bruchstücken befinden sich solche von drei Schüsseln, von Kugelbodengefäßen und einer eckigen Kachel. Eine der stark verrußten Schüsseln hatte ursprünglich einen Durchmesser von etwa 40 cm. Das Eisenstück war bei dem sehr schlechten Erhaltungszustand nicht genau zu bestimmen. Es ist zu vermuten, daß mit der Grabung ein Haus aus dem 14. Jahrhundert angeschnitten wurde, das bereits vor langer Zeit wüst wurde und heute von stärkeren Erdschichten überdeckt ist. Der Siedlungsbereich in unmittelbarer Nähe des Kirchturmes, eines ehemaligen Wehrturmes, dürfte somit zum mittelalterlichen Ort gehört haben, in dem bis zum Jahre 1486 eine offensichtlich einflußreiche Ritterfamilie ihren Stammsitz hatte.

Rengelrode ist im Jahre 1184 zum ersten Male urkundlich erwähnt und seine Bewohner konnten vor einem Jahr die würdige 800-Jahr-Feier begehen. Der Fund aus ferner Vergangenheit wurde im Archiv und Magazin des Museums in Weimar eingelagert. Bei kommenden Arbeiten in der Nähe der Fundstelle wird man mit großer Sorgfalt umgehen, um möglicherweise weitere Siedlungsreste zu bergen.“

Quelle: Eichsfelder Heimathefte 3/1985, Martin Fischer – Bild: Kirche St. Johannes in Rengelrode um 1900 (bearbeitet) © Thomas Schuster Heiligenstadt



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