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Aus dem Archiv: Leinefelde in der 1. Hälfte des vorigen Jahrhunderts
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Freitag 23 Jan 2026 · Lesezeit 1:30
Tags: Leinefelde
„Um 1820 dehnte sich der Ort noch nicht über seinen mittelalterlichen Siedlungsraum hinaus aus. Seine Westgrenze verlief am „Rasenweg“, die Ostgrenze bildeten „Pflaster“ und „Am Stege“ (heute: Straße nach Worbis und Brückenstraße). Den Ort durchzogen, von der Leine getrennt, zwei Straßen: „Ringau“ und „Dorfstraße“ (heute Johann-Carl-Fuhlrott-Straße). Das heutige Bahnhofsgelände lag weit außerhalb des Dorfes im Breitenholz, einem sumpfigen Wiesengelände. Leinefelde hatte damals 574 Einwohner.

1826 erfolgte der Bau der Halle-Kasseler-Straße, die südlich am Ort vorbeiführte. An der Ecke Dorfstraße/Straße nach Worbis wurde 1829 das neue Gemeindewirtshaus „Berliner Hof“ errichtet. 1834 wurde auch die Straße Mühlhausen-Duderstadt zur Chaussee ausgebaut. Im Revolutionsjahr 1848 zählte Leinefelde durch seine Entwicklung zum Handelsort 1 000 Einwohner.

Oberste politische Instanz im Dorf war die Gemeindemitgliederversammlung. Ihr gehörten sämtliche Besitzer von Grund und Boden an. Die Beschlüsse dieses Gremiums, zugleich Dorfgericht, regelten das Leben der Besitzenden untereinander auf demokratische Weise, gegenüber den anderen Einwohnern auf administrative. Die besitzarmen und besitzlosen Leinefelder mußten besonders die Strafgelder selbst auf geringfügige Eigentumsvergehen hart treffen. Um ihrer Ziege das Futter zu sichern, wird ihnen oft kein anderer Weg als der verbotene zu „nichteigenthümlichen“ Rändern und Rainen übriggeblieben sein.

Selbstverständlich hatten die Gemeindemitglieder den Forderungen des preußischen Staates, vor allem seinen finanziellen, gebührend Rechnung zu tragen. Aus diesem Grund bedurfte jeder von ihnen gefaßte Beschluß der Bestätigung des adligen Landrates.“

Quelle: Eichsfelder Heimathefte 3/1983, Karl-Heinz Kabisch – Bild: Ringau um 1900 ebd.


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