Aus dem Archiv: Kopfbedeckungen Anno dazumal
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Donnerstag 27 Nov 2025 · 1:00
„Als unentbehrliches Attribut der Eichsfelder Frauentracht galt einst die schwarze Bandmütze, auch Storze oder Bätzel genannt, über dem Haarknoten ragte sie breit und stolz auf dem Hinterhaupte empor. Daran befanden sich zwei breite Bänder — meist aus Atlasseide mit rosettenartigen Verzierungen — und zwei schmale, die unter dem Kinn zur Schleife zusammengebunden wurden.
Bis zu zwölf Talern kostete so ein Prachtstück, das die „Storzenthrese“ herstellte. Den Kern der Bandmütze bzw. des Bandhäubchens bildete das formgebende Pappgestell. Von der spitzen Bandmütze gab es noch andere, deren oberen Abschluß eine nach hinten abfallende Fläche bildete, die meist bestickt war. Junge Frauen und Mädchen bevorzugten einst bunte Kopfbedeckungen, deren Farbe je nach der Bedeutung des Feiertages gewählt wurde. Im Winter trug man eine Haube aus glattem Stoff oder Samt, die nur das Gesicht freiließ und auch den Hals sowie die Nackenpartie bedeckte. An der Stirnseite war eine Schleife befestigt. …“
Quelle: Thüringer Tageblatt 1982 G. Fischer - R. Linke – Bild: Frauentrachten im Eichsfelder Heimatbuch 1956