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Aus dem Archiv: Eine Köpenickiade auf dem Eichsfeld
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Samstag 17 Jan 2026 · Lesezeit 1:00
Tags: Geismar
„Viele Jahre vor dem historischen Auftritt des Hauptmanns von Köpenick, der zu einer ungeheuren Blamage des preußisch-deutschen Militarismus führte, kam es zu „einer sonderbaren Schwindelei“ auf dem Eichsfeld. In Geismar und den umliegenden Orten erschien im April 1876 „bei mehreren Schulzen ein stattlicher Mann mit einer preußischen Polizeiuniform (Rock und Überzieher) und gab an, der Diözesanverwalter, Regierungsassessor Himly zu Paderborn, habe ihn beauftragt, sämtliche Kirchenrechnungen zu revidieren. Bereitwillig, vom Glanz der Uniform geblendet, legte man ihm in Geismar, Lengenfeld unterm Stein und anderen Orten alle gewünschten Unterlagen vor, „obwohl er mit keiner Legitimation ausgestattet war, auch keinen Namen nannte.“ Auf Kosten der Gemeinden zechte er tüchtig in den Gaststätten und übernachtete auch dort. Einem Gendarmen kam er schließlich verdächtig vor. Als dieser von dem angeblichen Revisor die Ausweispapiere zur Einsicht forderte, „entfloh er durch einen tiefen Bach in die Wälder und wußte dadurch seine Flucht durchzusetzen, indem die Verfolger mehr Wasserscheu fühlten als der Uniformierte. Es ist seitdem jede Spur von ihm verloren.“

Quelle: Eichsfelder Heimathefte 2/85, Rolf Barthel – Bild: „Eichsfelder Hof“ in Geismar um 1900


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