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Aus dem Archiv: Ein Mäßigkeitsverein gegründet
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Montag 23 Mär 2026 · Lesezeit 1:45
Tags: PreußischeZeitVerein
"Die westfälische Regierung hatte im 19. Jahrhundert – unbekümmert um den physischen und moralischen Zustand des Volkes - nur die Füllung ihres Finanzsäckels im Auge. Damals entstanden viele Wirtshäuser und Schenken, als sich Leute fanden, die eine Gewerbegenehmigung bezahlten und dadurch die Gewerbe- und Consumtionssteuer vermehrten. Diese Finanzspekulation widerspiegelte sich an dem Schwinden der Kräfte der hiesigen Bevölkerung. Infolge der Handhabung des preußischen Gesetzes vom 7. 2. 1835 wurden die Wirtshäuser vermindert und eine strenge Kontrolle der Wirte hinsichtlich der einzuhaltenden Polizeistunden eingeleitet. Auch die Gründung eines Mäßigkeitsvereins in Heiligenstadt sollte den immer weiter um sich greifenden verderblichen Folgen des unmäßigen Genusses geistiger Getränke entgegenwirken. Der Verein hatte die Aufgabe, unter eigener Beschränkung gewohnter Verhältnisse durch Belehrung und Beispiel den Genuß sprirituoser Getränke nach Kräften zu steuern und diejenigen, welche denselben noch nicht ergeben waren, davor zu bewahren. Jedes Mitglied des Vereins verpflichtete sich in dem am 12. Januar 1838 angenommenen Statut, „des Genusses des Brantweins, Rums, Araks, Cognaks, der Liquere und anderer gebrannter Wasser mit alleiniger Ausnahme der Fälle, wo sie als Arznei dienen sollen, sich nicht nur selbst zu enthalten, sondern dieselben auch seiner Familie nicht zu gestatten, Gästen, Arbeitern und Dienstboten nicht anzubieten und zu verabreichen und nach Möglichkeit alles zu vermeiden, was andere zum Genusse dieser Getränke reizen und aufmuntern könnte“.

Zum Bild:
Für den Umbau und Erweiterungen am „Eichsfelder Hof“ zeichnete sich der Baumeister Joachim Friedrich verantwortlich. Sein Grabmal befindet sich noch auf dem Alten Friedhof in Heiligenstadt. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts gründete Franz Georg Rühl eine große Gastwirtschaft für „Beamte und höhere Angestellte“. In seiner Küche bekamen viele arme Heiligenstädter ein kostenloses Essen.

Quelle: Thüringer Tageblatt 1983, Egon Grohmann – Bild: Eichsfelder Hof - Postkarte um 1900 © Thomas Schuster Heiligenstadt


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