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Aus dem Archiv: Ein Einberufungsschein aus der Franzosenzeit
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Montag 29 Dez 2025 · Lesezeit 1:45
Tags: NapoleonischeZeitArmeeEinberufung
Conscription 1792. Ziehungs-Nummer 26.
Aufruf.

Der Conscribirte Bernard Johannes der Gemeinde Leinefeld Canton Beuern Distrikt Duderstadt, hat sich Dienstag morgens um 9 Uhr, als den 15. May dieses Jahrs, nach Heiligenstadt zu begeben, um daselbst seine fernere Bestimmung von Endesunterschriebenem zu erhalten; und wird, zufolge des königlichen Dekrets vom 28. Juny 1812 dazu aufgefordert.

Sollte derselbe dem gegenwärtigen Befehl nicht Gehorsam leisten, so wird er den dritten Tag, nach Ablauf obiger Frist, als Widerspenstiger angeklagt und als solcher verurtheilt werden.

Der Herr Cantons-Maire wird gebeten, demselben den gegenwärtigen Befehl bekannt zu machen, oder, in Abwesenheit des Conscribirten, denselben seiner Familie einzuhändigen.  

Geschehen zu Heiligenstadt den 5. Mai 1813.
Der Commandant der Rekrutirung. Dunker.

P. S. Die Widerspenstigen werden, außer den andern Strafen, verurtheilt, zwei Jahre über die bestimmte Dienstzeit am Ende eines Corps zu dienen erhalten während denselben weder Taschengeld noch Urlaub, werden zu den Casernen- und außerordentlichen Diensten gebraucht, und erst nach Ablauf der bemeldeten zwei Jahre fängt ihre Dienstzeit zu zählen an.
Ihre Verwandten im ersten Grade sind für die Geldstrafe von 100 bis 2000 Franken, welche einen Teil der Verurteilung ausmacht, verantwortlich.
Der Einberufene kam Geschäfte halber um Urlaub ein, den er auch erhielt. Die unter Stempel ausgestellte Bescheinigung findet sich auf der Rückseite des Zettels: Ist bei der Revue des Abmarsches auf 4 Wochen beurlaubt. Heiligenstadt, den 19. May 1815. Der Burea (?) Chef. v. Seydlitz.
Mein Urgroßvater zog es vor, nach Ablauf der vier Wochen für den Kriegsdienst der Franzosen nicht da zu sein. Da die Verhältnisse bald eine für uns Deutsche glückliche Wendung nahmen, ist weder ihm noch seiner Familie ein Schaden daraus erwachsen.
Der Schein wurde mir in freundlicher Weise von Herrn Karl Bernhardt in Leinefelde (Alte Mühle) zur Verfügung gestellt.

Quelle: Unser Eichsfeld 1907 - Bild: Neue Bildergallerie fuer die Jugend 1828 B1



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