Aus dem Archiv: Eichsfelder Wanderarbeiter aus Bodenrode, Böseckendorf und Bleckenrode
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Donnerstag 15 Jan 2026 · 1:00
Tags: Bodenrode, Böseckendorf, und, Bleckenrode
Tags: Bodenrode, Böseckendorf, und, Bleckenrode
„Männer, Frauen und Kinder aus Bodenrode, Böseckendorf und Bleckenrode mußten im 19. Jahrhundert ihr Brot in der Fremde verdienen, denn die Heimat hatte keine Existenzmöglichkeiten für sie. Aus Bodenrode waren es 84 Einwohner, darunter 14 Kinder, aus Böseckendorf 24 Einwohner, darunter 2 Kinder, und aus Bleckenrode 7 Einwohner, die in Zuckerfabriken sowie beim Eisenbahn- und Fabrikbau in der Magdeburger Börde, in Braunschweig und Hannover arbeiteten.
Ein verlogenes, völlig falsches Bild vermittelte Schulze Dietrich aus Bleckenrode in einem Bericht an den Landrat vom 30. Mai 1864, wenn er schreibt: „Solange die Auswanderungsmanie die Eichsfelder ... ergriffen, weil die hiesige Arbeit nicht schmeckt und nicht hoch genug honoriert werden kann, ist mehr und mehr ein Verfall der alten Sitten und der früheren Einfachheit bemerklich und an deren Stelle ... mit dem Stande in keinem Verhältnis stehender Luxus (!) getreten ... Es muß somit diese Auswanderungssucht als ein Hauptkrebsschaden unserer Zeit ... bezeichnet werden.“
Quelle: Eichsfelder Heimathefte 4/81, Rolf Barthel – Bild: Bodenrode um 1900 (mit KI bearbeitet) © Thomas Schuster Heiligenstadt