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Aus dem Archiv: Die „Uhlenburg“ in Heiligenstadt
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Freitag 27 Feb 2026 · Lesezeit 2:30
Tags: RatsgasseUhlenburgBerufsschule
„Im Heft 3/1978 der Eichsfelder Heimathefte, wird auf Seite 260 der Name der „Uhlenburg“ (wo heute die Berufsschule steht) als „Alte Burg“ gedeutet. Es handelt sich jedoch eindeutig um eine „Eulenburg“, wie allein aus zahlreichen anderen von mir gesammelten Flurnamen hervorgeht. Schon Waldmann, der für seine Zeit erstaunlich richtige Deutungen von Orts- bzw. Flurnamen gibt, erklärt den Namen als „Eulenburg“. Für die genannte „Uhlenburg“ (die Mundart sagt für ,Eule': Uhle) fand ich keine alten Belege. Im Repertorium von Heiligenstadt (Bl. 75) fand ich den Vermerk: „Verkauf der sogenannten Eulenburg su. Nr. 378 zum Neubau des Schulhauses“. Dr. J. Müller irrt, wenn er an einen Wortstamm „il, ol, ul, eil, eul, ohl, al“ denkt, der „im allgemeinen Wasser bedeutet“. Er nennt eine urkundliche Meldung von 1808 „die sogenannte Eulenburg“, gibt aber keine Quelle an.

Für Uder erwähnt das Rezeßbuch (I 41) z. J. 1899 „auf dem Eulenberge“, die Flurnamensammlung Eichsfelder Lehrer (1934) „am Uhlenberge“. Siebert bringt für die „Uhlenburg“ (im östl. Dorfteil von Uder) einen urkundlichen Beleg aus dem Jahre 1676 „Matthes Klinge, an der Eulenburg“. Prof. Grimm schreibt dazu: „Die Grundstücke 3 und 4 sind zusammen von dem Rest eines Walles, der nur auf der Ostseite deutlich erhalten ist, umgeben. Ergebnis: Hochmittelalterlicher befestigter Hof.“ Auch hier hat die „Eule“ Pate gestanden. Die Mundart nennt die Flur „Uhlnbork“. „Eulenberg“ und „Eulenburg“ sind wohl identisch.
Ein Wiesen- und Waldtal südwestl. Wüstheuterode ist der „Uhlengrund“. Die Feldwannenbücher (19: Jh.) schreiben „Eulengrund“, ebenso die Flurkarte und das Flurbuch (S. 531). Ein Felsen nordwestl. Rustenfelde ist die „Uhlnkammer“ (beim Uhlenstein, der ein „Eulenstein“ ist). Der „Ilnkopf“ eine Anhöhe westl. Volkerode, ist ein „Eulenkopf“. Im Südeichsfeldischen erfolgt Palatalisierung des mittelhochdeutschen langen u (Haus = Hüs). Eine Talsenke westl. Steinheuterode ist das „Uhlnloch“ (19. Jh. „Eulenloch“; Feldwannenbuch).

Ein „Uhlloch“ gibt es östl. Rohrberg (19. Jahrhundert: „Eulenloch“; (Feldwannenbuch, Rezeß 48 v; Flurbuch 48). Hier auch der „Uhllochsborn“.

Ein „Uhlenstein“ (Fels südl. Großbartloff) heißt in der Mundart „Üuschdäin“. Im 15. Jahrhundert wird er genannt: „1 Holtz Under dem Ulnsteyn“. 1610. „ufm Ulenstein, Uhlenstein“. Der in Rustenfelde erwähnte „Uhlnstein“ wird in allen urkundlichen Nachrichten „Eulenstein“ genannt. Eine Bodensenke nördl. Ershausen ist das ,Ühlntal“ (19. Jh. im Eulenthale). Die Flur ist nicht weit von der Kirche, in deren Turm sich Eulen aufhielten.

Eine Randbemerkung: Die „Uhlenburg“ in Heiligenstadt war doch den Türmen der Altstädter Kirche benachbart. Ich selbst hörte noch den Ausspruch: „Dem Propst siene Uhlen“.

Quelle: Eichsfelder Heimathefte 1/79; Erhard Müller - Bild: Tor und Mauer der ehemaligen "Uhlenburg" 2025 © Thomas Schuster Heiligenstadt


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