Aus dem Archiv: Der Johannistag
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Zeitgeschehen · Mittwoch 24 Jun 2026 · 2 Minuten
Tags: Johannestag
Tags: Johannestag
"Der 24. Juni ist dem Gedächtnis des Propheten Johannes gewidmet, der ein Heiliger in des Wortes wahrster Bedeutung war. Und zwar gilt dieser Tag als der Geburtstag des Propheten. Von unsern germanischen Vorfahren wurde das Fest als Sommersonnenwende gefeiert. Sie zogen hinauf auf die Berge und schichteten Holz und Tannenweige zu einem großen Stoße, der zu nächtlicher Zeit zu Ehren des Lichtgottes Baldur emporloderte. Giftige Kräuter und Blumen wurden unter Verwünschungen in das Feuer geschleudert und zuletzt als Opfer für die Götter auch Pferdeköpfe und Knochen. Mit dem Eindringen des Christentums in Deutschland weihte man den Tag Johannes dem Täufer.
Im 16. Jahrhundert zog man am Johannistage hinaus vor die Stadt auf die Wiese, auf der sich alt und jung zu einem Fest versammelte, wie Richard Wagner einem solchen in seinen Meistersingers ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Die Sonnenwendfeuer sind besonders in der heutigen Zeit wieder als ein beliebter Volksbrauch aufgelebt. Die Freimaurer, die Johannes den Täufer zu ihrem Schutzpatron gewählt haben, feiern am 24. Juni ihr Jahresfest. Die Sonnenwend- oder Johannistage sind aber nicht nur Fest-, sondern auch Lostage, d.h. Tage, mit denen volkstümliche Wetterregeln in Verbindung gebracht werden."
Quelle: Jenaer Volksblatt 24. Juni 1925 - Bild: Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes in der Marienkirche Heiligenstadt (stammt vom Kreuzigungsaltar 1611-1613) © Thomas Schuster