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Aus dem Archiv: Der Eichsfelder Glockengießer
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Dienstag 02 Dez 2025 · Lesezeit 1:30
Tags: FreienhagenGlockengießerGabel
"Um 1760 wurde Christoph Gabel in Mackenrode geboren. Er erlernte in Westfalen die Kunst des Glockengießens und kehrte auf das Eichsfeld zurück, wo er sich auch als Gelbgießer betätigte. Der junge Meister heiratete die Tochter eines Schmiedes in Freienhagen. Die Schmiede wurde ihm zum Mittelpunkt seiner Arbeit. Er gestaltete sie allmählich zur Gießerei um und nahm die ersten Aufträge entgegen. Rassow führte in seinen „Bau- und Kunstdenkmälern des Kreises Heiligenstadt 1909" sechzehn Glocken auf, die Gabel herstellte. Entstanden sind sie in der Zeit von 1793 bis 1840. Selbstverständlich hat er auch außerhalb des Kreises Heiligenstadt Aufträge entgegengenommen und ausgeführt. Er goß seine Glocken an Ort und Stelle, so daß die ganze Gemeinde, für die sie angefertigt wurde, Zeuge des Vorganges sein konnte. Mit Spannung sahen jung und alt zu, wenn die Form entstand und danach die glühende Glockenmasse hineingegossen wurde. So hat Gabel nach und nach 101 Glocken gegossen. Festgestellt wurde sein Name an Glocken beispielsweise in Fretterode (1793), Lutter (1806), Rengelrode (1810), Birkenfelde (1815), Flinsberg (1837) und Volkerode (1840).

Heinrich Gabel, des Glockengießers Sohn, hat das kleine Werk, zu dem auch die Herstellung von Gelbguß-Gegenständen des häuslichen und gewerblichen Bedarfs gehörte, noch ausgebaut. In Heiligenstadt und anderen Städten der Umgebung hatte Gabel Verkaufsstellen eingerichtet, wo Kessel, Leuchter, Bierhähne, Türklinken u. a. zu haben waren. „Christoph Gabel in Freienhagen goß mich“, steht an den Glocken. Vielleicht findet sich hier und da noch ein Gegenstand, der mit zwei gekreuzten Gabeln, dem Glockengießerwappen von Freienhagen, geziert ist. Die Gießerei ist längst nicht mehr."

Quelle: Thüringer Tageblatt 1983 - Bild: Anger Freienhagen um 1900 (bearbeitet) © Thomas Schuster Heiligenstadt



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