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Aus dem Archiv: „Von Birken bestandenes Feld“
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Montag 06 Okt 2025 · Lesezeit 1:45
Tags: Birkenfelde
„Mehrere Fachwerkbauten aus dem 17. und 18 Jahrhundert machen weiterhin die historische Vergangenheit der Gemeinde Birkenfelde sichtbar. Dr. Joh. Müller schreibt in seinem Angerbuch: „Gewaltige Buntsandsteinblöcke drängen sich zwischen Häuser und Hofanlagen. Von der hochgelegenen Kirche und dem Anger hat man einen prächtigen Rundblick über die roten Ziegeldächer der Bauernhöfe. Der Anger mit der Angerlinde ist noch gut erhalten. Der Anger, auf dem jetzt ein Denkmal steht, ist mit einem Holzgitter eingezäunt; zwar eine sinnvolle Lösung, aber eine Verwischung des ursprünglichen Angercharakters.“ So die Beurteilung 1951. Bereits 1955 konnte Birkenfelde sein 900jähriges Bestehen begehen. Dr. Konrad Hentrich, welcher sich viel mit der Eichsfelder Siedlungsgeschichte befaßt hat, führt den Ort im Verzeichnis der 2. Siedlungsperiode auf. 1055 heißt es — „Berchinevelt“, 1189 — „Berchinefeld“, 1213 — „Berkinfeld“ und 1233 — „Berkenvelt“. Dr. Müller bezeichnet in seiner Namensdeutung das Haufendorf „von Birken bestandenes Feld am Birkenwald“.

Erzbischof Lupold gab 1055 dem Stifte Nörten sechs Hufen Land in Berchinevelt, 1253 überließ der Propst von Nörten seinen Kanonikern Zinsen in Berkenvelt. Unter dem „tollen Christian“ von Braunschweig hatte der Ort 1626 ebenfalls sehr zu leiden. Er brannte am 20. April 17 Dörfer der Umgebung nieder, so auch Birkenfelde. Als Andenken an das ehemalige Kloster Teistungenburg ist in der Kirche immer noch ein ledernes Meßgewand, vermutlich eine Handarbeit der Nonnen von Teistungenburg, aufbewahrt worden. Bei der Birkenfelder Kirche wurde wegen ihrer hohen Lage auf Felsenuntergrund auch immer von einer sogenannten „Wehrkirche“ gesprochen. Im Mittelalter war fast überall im ganzen Abendland die Sitte verbreitet, daß die Bauern kleine Hütten oder Speicher auf dem Kirchhofe hatten, wo sie in Kriegs- und Fehdezeiten wertvolle Habe und Vorräte verbargen. Eine solche Zufluchtsstätte soll auch auf dem Kirchhof in Birkenfelde gewesen sein.“

Quelle: Thüringer Tageblatt 1982, H. – Bild: © Thomas Schuster Heiligenstadt


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