Anno 1428 in Kirrode und Hüpstedt
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Dienstag 16 Jun 2026 · 2 Minuten
Tags: Kirrode, Leinefelde, Hüpstedt
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1428. Dezember 12. (Reifenstein.)
„Tilemann, Abt des Klosters Reifenstein, fordert von dem Rate zu Göttingen Ersatz für den Schaden, welchen die Leute des Rats am vergangenen Freitage - den 10. Dezember - verschiedenen Männern des Klosters in Hüpstedt durch Verbrennung ihrer Häuser und durch Wegführung ihres Viehes und Getreides zugefügt haben. Wie sich aus Folgendem ergiebt, war bei einem früheren Zuge der Stadt und des Herzogs von Braunschweig auch das Dorf Kirrode ausgebrannt.
1428. Dezember 20 antwortet Abt Tilemann dem Rat auf dessen Entschuldigungsschreiben, das Kloster könne nicht dafür büssen, dass der Rat und der Herzog (Otto von Braunschweig) Feinde der vom Hagen geworden, zumal der Rat und der Herzog bereits früher das noch jetzt gänzlich wüst liegende, dem Kloster gehörige Dorf Kirrode habe ausbrennen lassen. Abt Tilemann wandte sich, da der Rat Schadenersatz nicht leisten wollte, an Ernst von Uslar, Amtmann zu Schloss Rusteberg und bat diesen, er möge den Rat zur Erstattung des dem Kloster in Hüpstedt und Kirrode zugefügten Schadens, welcher sich auf 150 Gulden belaufe, anhalten. Der Rat erwiderte dem Amtmann, ihm sei nicht bekannt, dass die Seinigen in Kirrode Frevel gethan, wegen des in Hüpstedt geschehenen Schadens sei er zur Verhandlung bereit. In dem zu Erfurt 1429. Mai 31. durch Vermittlung des Mainzer Provisors, Johann von Rengelrode zustande gekommenen Vergleiche ist von der Beschädigung des Dorfes Kirrode nicht weiter die Rede, das Kloster liess sich wegen des ihm in Hüpstedt erwachsenen Nachteils mit 20 Gulden abfinden.“
Anmerkung:
Die Ritterfamilie von Hagen besaß bereits vor 1268 Güter in Hüpstedt. Damals verzichtete Günter von Hagen zugunsten des Klosters Reifenstein auf mehrere Güter. 1419 kam es in Hüpstedt zu Rechtsstreitigkeiten zwischen den Rittern und dem Kloster. Im Jahr 1588 teilte die in Deuna ansässige Familie von Hagen ihren Besitz auf. Christoph von Hagen erhielt Hüpstedt und ließ dort einen Herrensitz mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden errichten. Das Portal mit den Wappen der Erbauer erinnert noch heute daran. Vermutlich bestand an dieser Stelle bereits ein Vorgängerbau, der 1573 als „Burghaus“ bezeichnet wurde.
Quellen: Eigene Aufzeichnungen, Levin, Freiherr von Wintzingeroda-Knorr „Die Wüstungen des Eichsfeldes“ – 1903 - Bild: Kirrode (bearbeitet) 2026 Landesgartenschau Leinefelde