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Am Totenweg in Dingelstädt
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Dienstag 02 Jun 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Tags: TotenwegDingelstädtHerzwinkel
"Entlang des Beuerschen Weges führt ein Weg von Nordwesten kommend an der Mehlsee vorbei ins Rieth. Auf diesem Weg brachten in alter Zeit die Bewohner des ehemaligen Dorfes Herzwinkel, urkundlich auch Hirzwinkili genannt, ihre Toten zum Kerbscher Berg, wo einst ihre Begräbnisstätte war. Daher der Name Totenweg. Es soll dort jedoch nicht immer mit rechten Dingen zugehen. Eines Abends ging ein schon bejahrter Bewohner Dingelstädts den Totenweg hinauf. Es war Winter und frischer Schnee gefallen. Der Mond stand klar am Himmel. Auf einmal sah der Dingelstädter einen großen unbekannten Mann vor sich hergehen. Derselbe trug Kniehosen und die Waden waren mit einem Wickelband eingeschnürt.

Während er nachdachte, wer denn der einsame Wanderer wohl sein könnte, bemerkte et dass der vor ihm Gehende keine Fußspuren im Schnee hinterließ. Da packte der Dingelstädter das Grauen. Er machte kehrt und eilte so schnell ihn die Füße tragen konnten nach Hause und erzählte, ein Toter sei ihm begegnet."

Nach Rudolf Linge

Der ehemalige Ort Herzwinkel auch Hirzwinkili oder Hirschwinkel, befand sich einst nordwestlich von Dingelstädt, in Verlängerung oberhalb des Beuerschen Weges, unweit von Lukas Heiligenstock (Bildstock).

Der Ortsname Herzwinkel wird mehrmals in alten Urkunden erwähnt. Noch Im 12 Jahrhundert scheint die Ortschaft existiert zu haben, wird aber in Schriftzeugnissen späterer Zeit, nicht mehr urkundlich genannt. In dieser Gegend gibt es nicht weit entfernt noch die beiden Wüstungen Undankshausen und Hohküle auch als Huckelrain oder Culaha beschrieben. Alle drei ehemaligen Ortschaften befanden sich an oder in unmittelbarer Nähe der alten Straße nach Beuren. Diese war seit dem frühen Mittelalter eine sehr belebte Handelsstraße, die von Süden kommend über die Anhöhe des Hockelrains hinaus, an der Burg Scharfenstein vorbei, nach Beuren ins Leinetal und darin weiter nach Norddeutschland führte. Über die ehemaligen Bewohner der wüsten Orte ist so gut wie nichts bekannt. Sie sind wie vieles andere auch im Dunkel der Geschichte verschwunden.

Quelle: Tafel am Totenweg - Bild: Bildstock am Totenweg 2026 © Thomas Schuster Heiligenstadt



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