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Altstoffsammlung in der DDR
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Mittwoch 16 Sep 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Tags: Altstoffe
In der DDR war das Sammeln von Altstoffen, offiziell als Sekundärrohstoffe bezeichnet, ein flächendeckendes und gut organisiertes System. Zuständig dafür war das Volkseigene Kombinat SERO (Sekundärrohstofferfassung), das im ganzen Land rund 17.000 Annahmestellen betrieb.

Die Abgabe von Materialien wie Altpapier, Flaschen, Schrott und Altkleidern wurde bar vergütet.

Das System diente vor allem dazu, den Mangel an Rohstoffen im Land auszugleichen und Devisen zu sparen. Gesammelt wurde fast alles, was wiederverwertbar war: Zeitungen, Zeitschriften und Kartonagen, leere Flaschen und insbesondere Einmachgläser.
Später hinzu kamen Altmetall, das ab 1973 verstärkt erfasst wurde. Weiter wurden Altkleider (Lumpen), Plastikabfälle und alte Bleiakkus gesammelt. Die mussten später beim Neukauf umgetauscht werden.

Ende der 1980er Jahre deckte die Altstoffsammlung beispielsweise über 60 Prozent des Papierrohstoffbedarfs der DDR.
Für uns Kinder gehörte das Altstoffsammeln zum festen Alltag. Es diente vor allem dazu, das Taschengeld aufzubessern. Auch die Schule war an den Sammlungen interessiert, hier wurden besonders Wildfrüchte wie Kastanien, Eicheln und Hagebutten gesammelt. Heute liegen die Kastanien unter den Bäumen, das wäre damals undenkbar gewesen. Zeitungen wurden nur gebündelt angenommen. Für Pappe und loses Papier gab es weniger.

In Heiligenstadt gab es eine Annahmestelle in der Steinstraße (heute abgerissen), die später in den Rengelröder Weg verlegt wurde. Nach der Wiedervereinigung wurde das SERO-System trotz seiner nachgewiesenen Effizienz und positiven Gutachten im Zuge der Privatisierung zerschlagen und später durch das duale System, den „Grünen Punkt“ ersetzt.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen - Bild: Landesgartenausstellung Leinefelde – Blumenblock 2026 © Thomas Schuster Heiligenstadt



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