Adam Ries in Erfurt
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Thüringen · Dienstag 31 Mär 2026 · 1:30
Tags: Erfurt, Michaelisstraße
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Adam Ries (auch bekannt als Adam Riese) verbrachte in Erfurt eine seiner prägendsten und wissenschaftlich fruchtbarsten Lebensphasen. Er lebte dort von etwa 1518 bis 1522/23.
Ries wohnte im Stadtzentrum in der Drachengasse, in unmittelbarer Nähe zum Collegium maius, dem Hauptgebäude der damaligen Universität Erfurt. Er leitete in Erfurt eine eigene Rechenschule. Sein Ruf war so gut, dass Zeitgenossen Ratsuchenden empfahlen: „Geh zu Adam Ries in die Drachengasse.“ Er unterrichtete vor allem Handwerker und Kaufleute (den „gemeinen Mann“) im praktischen Rechnen, das für den Handel in der reichen Stadt Erfurt essenziell war.
In Erfurt entstanden seine ersten beiden berühmten Werke, die maßgeblich zur Verbreitung der indisch-arabischen Ziffern beitrugen:
1. Rechenbuch (1518): „Rechnung auff der linihen“. Es erklärte das Rechnen mit dem Rechenbrett und Rechenpfennigen, primär für Kinder und Anfänger.
2. Rechenbuch (1522): „Rechnung auff der Linihen vnd Federn“. Dieses Buch gilt als „Bestseller“ des 16. Jahrhunderts und enthielt über 200 praxisnahe Übungsaufgaben. Es wurde in der Druckerei von Mathes Maler im Haus „Zum Schwarzen Horn“ gedruckt.
Am Haus „Zum Schwarzen Horn“ in der Michaelisstraße 48 (heute „Modern Masters“, wo seine Bücher gedruckt wurden, erinnern heute eine Bronzebüste, ein Rechenbrett und eine Gedenktafel an ihn. Die Stadt Erfurt hat eine Straße nach dem Rechenmeister benannt.
Experten betrachten die Erfurter Jahre als die wichtigste Etappe für seine wissenschaftliche Entwicklung, bevor er 1522/23 nach Annaberg übersiedelte.
Quelle: Eigene Aufzeichnungen, Wikipedia – Bild: 2025 © Thomas Schuster Heiligenstadt