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1933 auf dem Heuboden übernachtet
Heiligenstadt im Eichsfeld
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Heiligenstadt · Dienstag 06 Okt 2026 · Lesezeit 2 Minuten
Tags: Heimenstein, Neubauer, Meier
In Heiligenstadt ist der Name Josef Meier (1882–1957) untrennbar mit dem Widerstandskämpfer Dr. Theodor Neubauer verbunden. Meier lebte mit seiner Frau, den sechs eigenen Kindern und einem Pflegekind in bescheidenen Verhältnissen im Heimenstein Nr. 27.

Im Jahr 1933 gewährte er Neubauer dort mehrfach illegales Unterschlupf. Wegen seines eigenen Widerstandes geriet Meier später in die Fänge der Nationalsozialisten: Er wurde in den Konzentrationslagern Esterwegen und Buchenwald geschlagen und verlor dabei ein Auge.

Über die Weggefährtenschaft berichtet Josef Meier im Eichsfelder Heimatbuch (herausgegeben von W. Prochaska). Er erinnert sich darin an eine gefährliche Begegnung auf dem Dachboden des Heimensteins, wo Neubauer – der damals unter dem Decknamen „Dr. Williams“ auftrat – übernachtete:

„Von Weimar kam Dr. Neubauer [...] wieder nach Heiligenstadt in meine Wohnung Heimenstein 27 zurück. Am Heuboden blieb er über Nacht. Nachdem er bei uns übernachtet hatte, fuhr er weiter nach Kassel. Ich musste zum Bahnhof vorausgehen und sehen, ob die Luft rein war. An der Sperre standen zwei Gendarmen. Ich ging wieder auf den Platz vor dem Bahnhof zurück, sah aber Dr. Neubauer nicht. Schließlich fuhr der Zug ab, und ich dachte, Theo sei vielleicht nach Uder zu Fuß gegangen und dort eingestiegen. Acht Tage später war er wieder hier und erzählte, dass er auf dem Wege zum Bahnhof seinen Mantel umgedreht hatte und unerkannt an den Gendarmen vorbeigegangen sei. Er konnte seinen Mantel auf zwei Seiten tragen. Auch ich hatte ihn nicht erkannt.“

Eine Gedenktafel am Haus Heimenstein 27 erinnerte bis nach der Wende an die Übernachtung Neubauers, der am 5. Februar 1945 hingerichtet wurde. Nach ihm war das ehemalige Kreiskulturhaus in Heiligenstadt benannt worden.
Neubauer wurde 1890 im Gutshaus in Ermschwerd bei Witzenhausen geboren.

Quelle: Eigene Aufzeichnungen – Bild: Kulturhaus 1989 mit Heimenstein Nr. 27 und Gedenktafel © Thomas Schuster Heiligenstadt



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