1150 Jahrfeier in Weißenborn
Veröffentlicht von Thomas Schuster in Eichsfeld · Samstag 11 Jul 2026 · 2 Minuten
Tags: Weißenborn, Lüderode
Tags: Weißenborn, Lüderode
Weißenborn liegt im Nordosten des Eichsfeldes in einem Talkessel an der oberen Geroder Eller, umgeben vom Winkelberg (Ohmgebirge) im Süden sowie dem Iberg und Tellenberg im Norden. Zum Ort gehört auch der Ortsteil Gerode mit seinem ehemaligen Benediktinerkloster. Der Name leitet sich vermutlich von einer „weißen“, also klaren Quelle (Born) ab.
Weißenborn wird erstmals 874 urkundlich als Wizzanbrunno im „Fuldaer Summarium“ erwähnt. König Ludwig der Deutsche bestätigte darin Steuerzahlungen (den Zehnten) thüringischer Orte an das Kloster Fulda. Damals gehörte die Region zum historischen Gau „Ohmfeld“ (Onefeld). 1124 wird das Nachbardorf Lüderode erstmals als Luidenrode im Zuge der Gründung des Klosters Gerode erwähnt. Es besaß sogar das Marktrecht.
Die beiden Orte rücken 1291 kirchlich zusammen: Die Kirche in Lüderode und die Kapelle in Weißenborn werden dem Kloster Gerode unterstellt. Obwohl sie dicht beieinanderlagen, blieben sie jahrhundertelang eigenständig mit jeweils eigener Verwaltung, Kirche und Schule. Dabei entwickelte sich Lüderode eher bäuerlich, während in Weißenborn das Gewerbe überwog.
Bis 1802 gehörten die Klosterdörfer zum geistlichen Kurfürstentum Mainz. Danach wurden sie preußisch, gehörten kurzzeitig zum französischen Königreich Westphalen und von 1815 bis 1945 zur preußischen Provinz Sachsen.
Im Oktober 1928 werden die beiden Dörfer Weißenborn (damals ca. 1.200 Einwohner) und Lüderode (ca. 700 Einwohner) zusammen mit den Gutsbezirken Gerode zur neuen Gemeinde Weißenborn-Lüderode vereint. Von 1961 bis 1989 war das Leben im Ort stark durch die Lage im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze geprägt. Seit 1990 gehört der Ort zum Bundesland Thüringen. 2011 schloss sich Weißenborn-Lüderode mit sieben Nachbargemeinden zur heutigen Landgemeinde Sonnenstein zusammen.
Nach der urkundlichen Ersterwähnung ist Weißenborn schon 1152 Jahre alt. Bekanntester Bewohner ist Hermann Eicke, der Heiligabend 1837 in Weißenborn geboren wurde. Er meldete um 1890 das erste Patent für eine Kaffeemaschine an.
Vortrag
1150 Jahre Weißenborn - Tag der Geschichte mit Vorträgen zur Ortsgeschichte
Termin: Donnerstag, 27. August 2026, 19 Uhr
Ort: Gemeindesaal in Weißenborn-Lüderode, Bahnhofstraße 12
Quelle: Eigene Aufzeichnungen und Einladung VEH Peter Anhalt – Bild: Postkarte